Vom Gefängnis zum lebendigen Quartier: Studenten entwerfen Zukunft für Rennelberg in Braunschweig
Nina SchulzVom Gefängnis zum lebendigen Quartier: Studenten entwerfen Zukunft für Rennelberg in Braunschweig
Die Zukunft des ehemaligen Gefängnisses Rennelberg in Braunschweig nimmt Gestalt an: Studentenentwürfe für die Umnutzung des Areals sind jetzt öffentlich zu sehen. Drei prämierte Konzepte zeigen, wie aus dem einstigen Haftort ein lebendiger Mix aus Grünflächen, Kulturzentren und neuen Stadtteilen werden könnte. Noch sind die Pläne der Stadt jedoch nicht in Stein gemeißelt – die weitere Entwicklung hängt vom laufenden Verkaufsverfahren der Immobilie ab.
Studierende des Instituts für Städtebau und Entwurfsmethodik der TU Braunschweig hatten die Aufgabe erhalten, das ehemalige Justizvollzugsgebäude und sein Umfeld neu zu denken. Ihre Arbeiten knüpfen an einen Beschluss des Verwaltungsausschusses der Stadt aus dem Jahr 2018 an, der die Erarbeitung eines Entwicklungskonzepts für das Gelände vorsah.
Den ersten Platz belegte das Duo Franziska Heininger und Johannes Quirin mit dem Entwurf "Von Mauern zu Miteinander: Die Umgestaltung des ehemaligen Gefängnisses Rennelberg". Ihr Konzept setzt auf ein offenes Quartier mit einem belebten Platz als kreativen Campus. Adriana Gens und Mareike Meier erreichten den zweiten Rang mit "Gefängnis Rennelberg: Wenn Barrieren fallen" – ihr Vorschlag sieht einen "Klimawald"-Park und eine stärkere öffentliche Zugänglichkeit des ehemaligen Haftgeländes vor. Den dritten Preis erhielten Sarah Suttner López und Robert Sievert für "Nachbarschaft statt Gefängnis: Gemeinschaft über Mauern", das einen neuen Kanal (Rennelbergtwete), einen zentralen Platz (Rennelbergplatz) und eine Quartiersgalerie vorsieht.
Die Entwürfe sind bis zum 20. Mai im Foyer des zweiten Obergeschosses des historischen Rathauses zu besichtigen. Währenddessen wird das Gefängnis im Sommer noch einmal seine Tore öffnen – nicht als Haftanstalt, sondern als Festivalort für die Theaterformen im Juni.
Langfristig plant die Stadt am Rennelberg ein neues urbanes Viertel, doch mit konkreten Bauvorhaben wird erst nach Abschluss des Verkaufsverfahrens begonnen. Bis dahin geben die Studentenarbeiten einen Ausblick darauf, was an die Stelle der hohen Gefängnismauern treten könnte. Ob und wie diese Ideen umgesetzt werden, hängt nun von öffentlichem Feedback und den nächsten Planungsschritten ab.






