Verbraucherpolitik der Ampel: Lob für Reformen, Kritik an Lücken und Preiserhöhungen
Nina SchulzVerbraucherpolitik der Ampel: Lob für Reformen, Kritik an Lücken und Preiserhöhungen
Eine aktuelle Bewertung der Verbraucherpolitik-Initiativen der Koalitionsregierung zeigt gemischte Ergebnisse. Von 23 geplanten Maßnahmen wurden 14 umgesetzt oder abgeschlossen, während neun weiterhin unbeachtet bleiben. Der Verband der Verbraucherzentralen (VZBV) stuft die Fortschritte als ungleichmäßig ein: Einige Vorhaben werden gelobt, andere dafür kritisiert, dass sie hinter den Erwartungen zurückbleiben.
Der VZBV bewertete 14 Initiativen – sechs davon als "stark", sechs als "mittelmäßig" und zwei als "schwach". Zu den Erfolgen zählt die Reform der privaten Altersvorsorge, die als "Meilenstein" bezeichnet wurde. Auch das Engagement von Verbraucherschutzministerin Stefanie Hubig gegen Änderungen bei den EU-Fluggastrechten fand Anerkennung.
Die Verlängerung des Deutschlandtickets erhielt hingegen nur ein "mittelmäßiges" Urteil, nachdem der monatliche Preis zu Jahresbeginn auf 63 Euro angehoben wurde. Maßnahmen zur Senkung der Haushaltsstrompreise und zur Vereinfachung der Datenschutzregeln wurden beide als "schwach" eingestuft.
Kritik gibt es zudem an der Vorgehensweise der Regierung. Mehrere Verbände werfen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche vor, sich nicht ausreichend mit Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen auszutauschen. Ramona Pop, Vorstandsmitglied des VZBV, forderte daraufhin ein dringendes Gespräch mit der Ministerin.
Neun Verbraucherpolitik-Initiativen harren weiterhin der Umsetzung. Während einige Reformen, wie die Änderungen bei der Altersvorsorge, positiv aufgenommen wurden, steht die Regierung bei anderen wegen ihrer begrenzten Wirkung in der Kritik. Nun wächst der Druck, die ausstehenden Vorhaben anzugehen und die Zusammenarbeit mit Interessensverbänden zu verbessern.






