VdK fordert Reformen der Krankenversicherung ohne Belastung für Patienten
Philipp ZimmermannVdK fordert Reformen der Krankenversicherung ohne Belastung für Patienten
Der Sozialverband Deutschland (VdK) hat weitreichende Reformen gefordert, um die gesetzliche Krankenversicherung zu stabilisieren. Verbandspräsidentin Verena Bentele betont, dass Veränderungen weder zu Leistungskürzungen noch zu zusätzlichen Belastungen für Patientinnen und Patienten führen dürfen. Ihre Äußerungen erfolgen vor der Veröffentlichung des Berichts der Gesundheitsfinanzkommission, der am Montag erwartet wird und 60 Einsparvorschläge enthalten soll.
Bentele lehnt mehrere Pläne ab, die die finanzielle Belastung für Versicherte erhöhen könnten. So spricht sie sich gegen die Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung aus, die sie als "versteckte Beitragserhöhung" bezeichnet. Auch höhere Zuzahlungen für Medikamente oder die Wiedereinführung von Praxisgebühren schließt sie aus – solche Maßnahmen würden bestimmte Patientengruppen ungleich belasten.
Stattdessen plädiert sie für strukturelle Änderungen, um Einnahmen und Ausgaben in Einklang zu bringen. Ein Vorschlag sieht vor, die Beitragsbemessungsgrenze anzuheben und die Arten der beitragspflichtigen Einkünfte zu erweitern. Zudem regt Bentele an, dass Leistungserbringer vorläufig auf Ausgabensteigerungen verzichten sollten.
Der VdK erwartet, dass die Vorschläge der Gesundheitsfinanzkommission die Beitragszahler entlasten, ohne die Leistungen zu kürzen. Bentele fordert die Bundesregierung auf, gesellschaftliche Gesamtkosten stärker im System abzufedern. Ihr Hauptanliegen bleibt, die Versorgungsqualität zu sichern und gleichzeitig die Finanzstabilität zu gewährleisten.
Der am Montag erscheinende Bericht der Kommission wird 60 mögliche Einsparungen im Gesundheitswesen aufzeigen. Benteles Haltung macht deutlich: Reformen dürfen nicht zu Lasten der Patienten gehen oder Leistungen abbauen. Die Debatte über Finanzierung und Gerechtigkeit im Gesundheitssystem wird in den kommenden Wochen voraussichtlich an Schärfe gewinnen.






