Tigerparks in Thailand: Grausame Dressur hinter süßen Selfies mit Raubkatzen
Nina SchulzTigerparks in Thailand: Grausame Dressur hinter süßen Selfies mit Raubkatzen
Ein tiefer, dröhnender Brüll hallt durch die schwüle Luft des Tigerparks von Pattaya, wo Touristen sich auf Tuchfühlung mit den gefangenen Raubkatzen begeben. Doch hinter den Kulissen äußern Tierschützer ernste Bedenken: Wie werden die Tiere behandelt – und überwiegt der Schaden dieser Attraktionen vielleicht sogar den Nutzen?
In Thailands Tigerparks wirken die großen Katzen oft seltsam ruhig und lassen sich von Besuchern streicheln und für Fotos posieren. Dieses gefügige Verhalten wird durch harte Dressurmethoden erzwungen, darunter Schläge mit Metallstangen, und zwar bereits im Jungtieralter. Um ständig neue Attraktionen anbieten zu können, werden die Tigerwelpen in schneller Folge gezüchtet, während ältere Tiere ein ungewisses Schicksal erwartet – manche verschwinden vermutlich im illegalen Wildtierhandel.
Unterdessen erholt sich der Bestand wildlebender Tiger in Thailand langsam. Offizielle Schätzungen gehen von etwa 200 bis 300 Tieren aus, die dank Anti-Wilderer-Patrouillen, Lebensraumschutz und Beutemanagement in geschützten Reservaten streifen. Doch strenge Artenschutzgesetze werden oft wegen Korruption nicht durchgesetzt, sodass die wilden Populationen weiterhin gefährdet sind.
Die öffentliche Haltung ändert sich: Immer mehr Touristen, besonders aus Europa, meiden umstrittene Aktivitäten wie Tiger-Selfies oder Elefantenritte. Kritiker werfen den Parks vor, Profit über Tierschutz zu stellen und keinen echten Beitrag zum Artenschutz zu leisten.
Der Kontrast könnte kaum größer sein: Während sich die Bestände wildlebender Tiger langsam erholen, werden ihre Artgenossen in Gefangenschaft ausgebeutet. Zwar zeigen Naturschutzmaßnahmen Wirkung, doch das Schicksal der Tiger in Touristenparks bleibt ungewiss. Mit wachsendem Problembewusstsein steigt der Druck, solche Attraktionen zu reformieren – oder ganz zu schließen.






