15 March 2026, 04:14

Steffi: Wie die DDR-Puppe Barbie herausforderte und Kultstatus erreichte

Ein gerahmtes Plakat zum 70. Jahrestag des Kaiser-Huldigungsfestes in Berlin, Deutschland, das eine Gruppe von Menschen in der Mitte mit Text und Zahlen zeigt.

Modepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR-Puppe Barbie herausforderte und Kultstatus erreichte

1966 brachte die DDR Steffi auf den Markt – eine Modepuppe, die als Konkurrenz zu Barbie und Petra konzipiert wurde. Entworfen von Margot Schmied, entwickelte sich die Puppe schnell zu einem Symbol ostdeutscher Handwerkskunst und kultureller Identität. Im Gegensatz zu ihren westlichen Pendants fiel Steffi durch ihr erwachsenes Styling und ihr frühes Engagement für ethnische Vielfalt auf.

Hergestellt wurde Steffi im VEB Puppenfabrik Biggi, einem staatlichen Betrieb in Waltershausen – einer Stadt, die als Zentrum des DDR-Puppenbaus galt. Die Designerin Schmied benannte die Puppe nach ihrer eigenen Tochter, ähnlich wie Barbie-Schöpferin Ruth Handler einst den Namen ihrer Tochter gewählt hatte. Steffis Körperform war bewusst weiblicher und reifer gestaltet als die von Barbie und spiegelte damit die konservativen Modetrends der 1960er-Jahre wider.

Ein weiteres Markenzeichen war ihr hochwertiges Kunsthaar, das sich nicht verfilzte und für seine Langlebigkeit gelobt wurde. Von Anfang an wurde Steffi zudem in verschiedenen Hauttönen produziert, was sie in puncto rassische Repräsentation fortschrittlicher machte als Barbie zu jener Zeit.

Über den heimischen Markt hinaus feierte Steffi auch im Export Erfolge. Die DDR-Regierung überreichte die Puppe häufig als diplomatisches Geschenk an ausländische Würdenträger und nutzte sie so als Instrument der Außenpolitik. Gleichzeitig sicherten die Exporte der DDR dringend benötigte Devisen.

Heute sind originale Steffi-Puppen begehrte Sammlerstücke. Die Preise liegen – je nach Zustand und Vorhandensein der Originalaccessoires – zwischen 20 und 200 Euro. Zu beachten ist, dass die heutige Steffi LOVE der Simba-Dickie-Gruppe keine Verbindung zur ursprünglichen DDR-Version aufweist.

Steffi bleibt ein bemerkenswertes Stück DDR-Geschichte, das für sein unverwechselbares Design und seine kulturelle Bedeutung in Erinnerung bleibt. Sammler schätzen sie sowohl als Modeikone als auch als Zeugnis des handwerklichen Könnens ihrer Zeit. Zwar sind Details zu ihren Berufsoutfits rar, doch ihr Ruf als fortschrittliche und hochwertige Puppe besteht bis heute.

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