Söder drängt Merz-Regierung zu mehr Tempo – und warnt vor Lähmung der Koalition
Nina SchulzSöder drängt Merz-Regierung zu mehr Tempo – und warnt vor Lähmung der Koalition
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die Bundesregierung zu schnellerem Handeln aufgefordert. In einem Interview mit der Bild am Sonntag betonte er, dass Verzögerungen die Stabilität des Landes gefährden könnten. Seine Äußerungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz nach einem schwierigen ersten Amtsjahr zunehmend in die Kritik gerät.
Söder machte deutlich, dass er die Ziele der Koalition weiterhin unterstützt, warnte jedoch vor zögerlicher Entscheidungsfindung. Endlose Verzögerungen bezeichnete er als riskant und forderte die Verantwortlichen auf, ihre Arbeit zu beschleunigen. Gleichzeitig wies er Spekulationen zurück, die Regierung könnte vorzeitig scheitern, und nannte solche Diskussionen „aus Angst vor dem Tod in den Freitod fliehen“.
Der CSU-Vorsitzende räumte ein, dass Merz’ bisherige Bilanz nicht überzeugend sei. Zugleich wies er Vorwürfe zurück, der Kanzler regiere wie ein Konzernchef. Stattdessen plädierte Söder für Geduld, um „diese dicken Bretter zu bohren“ – ein Verweis auf die größten Herausforderungen der Regierung.
Er verwies zudem auf externe Druckfaktoren wie US-Zölle und die zweite Energiekrise innerhalb von fünf Jahren, die schnelle und wirksame Lösungen erforderten. Seine Warnungen erstreckten sich auch auf die generellen Risiken einer Lähmung der Koalition, die seiner Ansicht nach die parlamentarische Demokratie selbst untergraben könnte.
Söders Aussagen erhöhen den Druck auf die Regierung Merz, zügig Ergebnisse zu liefern. Der Appell zur Eile kommt zu einer Zeit, in der Deutschland mit wirtschaftlichen und energietechnischen Krisen kämpft. Der CSU-Chef besteht darauf, dass die Koalition standhalten und vorankommen müsse.






