Sieben Bundesländer fordern Rettungspaket für die kämpfende chemische Industrie
Philipp ZimmermannSieben Bundesländer fordern Rettungspaket für die kämpfende chemische Industrie
Sieben Bundesländer mit bedeutenden Standorten der chemischen Industrie haben die Bundesregierung zum schnellen Handeln aufgefordert. Sie fordern dringende Entlastungsmaßnahmen, um den kämpfenden Sektor zu stützen. Die Länder kritisieren, dass die aktuelle Politik die zentralen Herausforderungen für Hersteller und Beschäftigte nicht bewältige.
Die Ländergruppe bemängelt die "Chemie-Agenda 2045" der Regierung als unzureichend. Ohne sofortige Kurskorrekturen drohten dem Sektor massive Arbeitsplatzverluste und wirtschaftliche Schäden, warnen sie. Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne betonte, dass ohne Gegenmaßnahmen langfristige Schäden für die Branche unvermeidbar seien.
Die Länder setzen sich insbesondere für niedrigere Strom- und Gaspreise ein, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu sichern. Zudem fordern sie eine Vereinfachung der Planungs- und Genehmigungsverfahren, um Bürokratieabbau für Chemieunternehmen zu erreichen. Ein weiterer Punkt ist ein Moratorium für die Umsetzung der Industrieemissionsrichtlinie (IED), bis die EU-Behörden die Vorgaben lockern.
Darüber hinaus verlangen die Länder eine Verlängerung der kostenlosen Zuteilung von Emissionszertifikaten auf dem Niveau von 2025. Zwar signalisieren sie die Bereitschaft zu einer konstruktiven Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, bestehen jedoch auf konkrete Schritte ohne weitere Verzögerungen.
Die Länder haben klare Forderungen aufgestellt, um die chemische Industrie zu schützen: günstigere Energie, schnellere Genehmigungen und eine Atempause bei strengeren Emissionsvorgaben. Ohne diese Maßnahmen, so die Warnung, stehe die Zukunft der Branche – und tausende Arbeitsplätze – auf dem Spiel.






