29 March 2026, 14:20

Schwarz Digits baut Europas größte Cloud-Infrastruktur für digitale Souveränität

Diagramm auf einer Whiteboard, das Cloud-Computing mit Formen, Farben und Pfeilen darstellt und von begleitendem Text umgeben ist.

Schwarz Digits baut Europas größte Cloud-Infrastruktur für digitale Souveränität

Schwarz Digits, eine Sparte der Schwarz Gruppe, treibt ehrgeizige Pläne voran, um eine europäische Cloud-Infrastruktur aufzubauen. Das Unternehmen hat ein 11-Milliarden-Euro-Rechenzentrum in Lübbenau, Brandenburg, angekündigt, das europäische Daten auf dem Kontinent halten soll. Unter der Leitung von Rolf Schumann und Christian Müller zielt das Projekt darauf ab, die Abhängigkeit von US-amerikanischen und chinesischen Tech-Konzernen zu verringern und gleichzeitig neue digitale Möglichkeiten zu eröffnen.

Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem Europa mehr Kontrolle über seine digitale Zukunft anstrebt. Regierungen und Unternehmen suchen zunehmend nach Wegen, Daten, Infrastruktur und Wertschöpfung ohne ausländische Anbieter zu verwalten. Der Ansatz von Schwarz Digits unterscheidet sich von anderen europäischen Initiativen wie der Migration zu Open-Source-Lösungen oder gemeinsamen Cloud-Projekten, die ebenfalls an Fahrt aufnehmen.

Schwarz Digits wurde 2023 gegründet, um Einzelhandel, Technologie und geopolitische Strategie zu verbinden. Das neue Rechenzentrum in Brandenburg wird 100.000 Grafikprozessoren (GPUs) beherbergen und damit die zehnfache Rechenleistung des kürzlich von Deutsche Telekom und Nvidia errichteten Standorts bieten. Neben der Verarbeitung der eigenen Daten der Schwarz Gruppe soll das Zentrum überschüssige Kapazitäten an externe Kunden verkaufen.

Das Projekt passt in die größeren Bestrebungen Europas nach digitaler Souveränität. Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande gründeten im Juli 2025 das Europäische Konsortium für digitale Infrastruktur (EDIC), um eine gemeinsame Cloud-Infrastruktur zu entwickeln. Während Schwarz Digits auf ein proprietäres Modell setzt, fördert die EDIC Kooperationen als Gegengewicht zur US-Dominanz.

Andere Regionen gehen unterschiedliche Wege. Schleswig-Holstein stellte bis 2025 24.000 Behördenmitarbeiter auf Open-Source-Systeme um, um die Abhängigkeit von Microsoft zu verringern. Dänemark baut ebenfalls eine souveräne Cloud auf, um sich von ausländischen Anbietern zu lösen. Gleichzeitig bietet inteliScience DACH-Herstellern private KI-Infrastrukturen an, die mit dem EU-KI-Gesetz konform sind.

Schumann betont, dass Europa sich stärker auf das Produktivitätspotenzial von KI konzentrieren sollte, statt nur mit großen Sprachmodellen zu konkurrieren. Das Unternehmen setzt auf Open-Source-Technologie, um Transparenz und Kontrolle über Datenflüsse zu gewährleisten. Dieser Ansatz ermöglicht es Kunden nachzuvollziehen, wie ihre Daten verarbeitet werden, und stärkt so das Vertrauen in europäische Lösungen.

Das neue Rechenzentrum in Brandenburg markiert einen wichtigen Schritt in der Strategie von Schwarz Digits, die digitale Unabhängigkeit Europas zu stärken. Durch Hochleistungsrechnen und sichere Datenspeicherung will das Unternehmen Firmen anziehen, die nach Alternativen zu US-amerikanischen und chinesischen Anbietern suchen.

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Europas Bestrebungen um digitale Souveränität nehmen Gestalt an – von proprietären Cloud-Lösungen bis hin zu Open-Source-Migrationen. Diese Initiativen spiegeln eine wachsende Nachfrage nach lokaler Kontrolle über Daten und Infrastruktur wider und ebnen den Weg für eine selbstbestimmtere digitale Wirtschaft.

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