14 March 2026, 12:17

Riester 2.0: Neue Altersvorsorge stößt auf Gebühren-Proteste und Skepsis

Eine alte Zeitungsanzeige für die Pension Inn in Dresden, Deutschland, mit schwarzem Text auf weißem Hintergrund.

Günstigere Rente gefordert: 100.000 Menschen unterzeichnen Petition - Riester 2.0: Neue Altersvorsorge stößt auf Gebühren-Proteste und Skepsis

Deutschland reformiert sein privates Rentensystem grundlegend, um das gescheiterte Riester-Renten-Modell abzulösen. Die geplante Neuregelung führt ein neues, staatlich gefördertes Altersvorsorgekonto ein – doch hohe Gebühren sorgen für massive Kritik. Bereits über 100.000 Menschen haben eine Petition unterzeichnet, die strengere Obergrenzen für die Kosten fordert.

Das aktuelle Riester-Renten-System, 2001 eingeführt, hat dramatisch an Zuspruch verloren. Bis Ende 2024 sank die Zahl der aktiven Verträge auf unter 15 Millionen, jeder vierte wurde gekündigt, viele blieben unbespart. Als Hauptgründe für das Scheitern nennen Behörden die hohen Kosten – die 35 bis 45 Prozent der Einzahlungen auffressen –, magere Renditen und Hürden für Geringverdiener.

Die unter dem Namen Riester 2.0 geplante Reform soll ab 2027 greifen. Sie sieht ein Standardprodukt mit einer vorgeschlagenen Gebührenobergrenze von 1,5 Prozent pro Jahr vor. Doch eine Umfrage zeigt: Nur 23 Prozent der potenziellen Nutzer halten dies für akzeptabel. Stattdessen befürworten 30 Prozent eine Deckelung bei 0,5 Prozent, während 28 Prozent maximal 1 Prozent tolerieren würden.

Die Verbraucherorganisation Finanztip steht an der Spitze der Kritik an den geplanten Gebühren. Ihre Berechnungen über 40 Jahre verdeutlichen die Folgen: Bei 0,5 Prozent Kosten bleiben rund 338.000 Euro Ersparnis, bei 1,5 Prozent schrumpft der Betrag auf 263.000 Euro. Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen bezeichnete die 1,5-Prozent-Grenze als zu hoch und forderte eine strikte Obergrenze von 0,5 Prozent.

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Für künftige Sparer bleiben niedrige Gebühren Priorität. Eine aktuelle Umfrage ergab, dass 78 Prozent diese bei der Entscheidung für oder gegen das neue Modell als wichtig oder sehr wichtig einstufen.

Der Regierungsentwurf sieht zwar eine höhere Grundförderung in Abhängigkeit vom Einkommen vor, doch die Debatte um die Kosten dauert an. Angesichts wachsenden öffentlichen Drucks könnten die endgültigen Reformbedingungen noch angepasst werden. Ob das neue System mehr Vertrauen gewinnt als sein Vorgänger, wird sich daran entscheiden.

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