29 June 2026, 18:34

Revolutionäres Schwarmkraftwerk am Rhein: Wie Energyfish Strom aus Strömung gewinnt

Energyminer's River Turbines Are Real. The Cheap Baseload Claim Needs Operating Data.

Revolutionäres Schwarmkraftwerk am Rhein: Wie Energyfish Strom aus Strömung gewinnt

Neue Art von Wasserkraftwerk wird am Rhein getestet

Am Rhein wird derzeit ein neuartiges Wasserkraftsystem erprobt: der sogenannte Energyfish. Dabei handelt es sich weder um ein klassisches Staudammkraftwerk noch um ein herkömmliches Laufwasserkraftwerk. In St. Goar entsteht nun die erste großflächige Anlage dieser Art – ein „Schwarmkraftwerk“ aus 124 Einheiten.

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Jeder Energyfish ist eine kleine, schwimmende Turbine, die im Fluss verankert wird. Das Gerät misst etwa 2,8 Meter in der Länge, 2,4 Meter in der Breite und 1,4 Meter in der Höhe bei einem Gewicht von rund 80 Kilogramm. Für den Betrieb benötigt es mindestens einen Meter Wassertiefe und eine Strömungsgeschwindigkeit von mindestens einem Meter pro Sekunde.

Eine einzelne Einheit erzeugt bis zu 6 Kilowatt Spitzenleistung, im Durchschnitt sind es 1,8 Kilowatt. Pro Jahr kann ein Energyfish etwa 15 Megawattstunden liefern, ein Schwarm von 100 Einheiten käme auf rund 1,5 Gigawattstunden. Das Projekt in St. Goar mit 124 Turbinen wird im Schnitt eine Gesamtleistung von einigen hundert Kilowatt erreichen.

Das Unternehmen Energyminer, das hinter der Technologie steht, wirbt damit, dass das System kontinuierlich Grundlaststrom liefert – unabhängig von Wetter und Jahreszeit. Es sei hochwasserresistent, für Fische unschädlich und erfordere nur minimalen Wartungsaufwand. Die Installation geht schnell vonstatten: Zehn Einheiten können innerhalb von etwa drei Tagen nach Genehmigung eingesetzt werden, ohne Beton oder schwere Baumaßnahmen.

Erste Tests fanden im Münchner Auer Mühlbach statt. Laut Energyminer liegen die gestützten Stromgestehungskosten bei etwa 8 Cent pro Kilowattstunde, bei einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von mindestens 8 Prozent über 20 Jahre.

Besonders geeignet ist das System für abgelegene, dieselabhängige Gemeinden mit starken Flussströmungen. In netzgebundenen Regionen konkurriert es mit Solar-, Windkraft-, Batterielösungen und der Modernisierung herkömmlicher Wasserkraft. Flüsse bieten in manchen Gebieten zwar stabilere Energie als Sonne oder Wind, stehen aber vor Herausforderungen wie schwankenden Wasserständen, Niedrigwasser und Umweltauflagen.

Quelle