Rechtspopulisten ziehen erstmals in VW-Betriebsrat ein – ein historischer Wandel
Philipp ZimmermannArbeitskreis betritt erstmals einen VW-Betriebsrat - Rechtspopulisten ziehen erstmals in VW-Betriebsrat ein – ein historischer Wandel
Rechtspopulistisches Netzwerk zieht erstmals in VW-Betriebsrat ein
Eine Gruppe mit Verbindungen zur rechtsextremen Szene hat erstmals Sitze im Betriebsrat von Volkswagen errungen. Die Organisation Zentrum, die sich selbst als "alternative Gewerkschaft" bezeichnet, sicherte sich zwei Plätze im Werk Braunschweig. Die Wahl markiert einen Wandel in der Interessenvertretung bei einem der größten deutschen Automobilhersteller.
Zentrum trat am 13. März 2026 mit einer eigenen Kandidatenliste zur Betriebsratswahl bei Volkswagen in Braunschweig an. Die 2009 als Zentrum Automobil im Mercedes-Benz-Werk Stuttgart-Untertürkheim gegründete Organisation hatte zuvor noch nie bei Volkswagen Kandidaten aufgestellt. Mit 6,49 Prozent der Stimmen erlangte sie zwei der 35 zu vergebenden Sitze.
Der Erfolg folgt auf frühere Gewinne bei anderen deutschen Autoherstellern. Zentrum hält bereits zwei Sitze im Mercedes-Benz-Werk, in dem die Gruppe entstanden war. Bei Volkswagen hätte selbst ein höherer Stimmenanteil jedoch nicht automatisch mehr Mandate bedeutet – aufgrund der spezifischen Sitzverteilungsregeln des Betriebsrats, wie Insider des Gesamtbetriebsrats berichten.
Die IG Metall dominierte die Wahl mit 78,5 Prozent der Stimmen und 28 Sitzen. Die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) folgte mit 15 Prozent und fünf Mandaten. Mit Zentrum zieht nun eine neue Stimme in den Betriebsrat ein, deren Einfluss im Vergleich zu den etablierten Gewerkschaften jedoch begrenzt bleibt.
Der Einzug von Zentrum in den Volkswagen-Betriebsrat Braunschweig verschafft der Gruppe eine Position in der betrieblichen Interessenvertretung des Konzerns. Die Organisation, die oft mit der rechtspopulistischen AfD in Verbindung gebracht wird, ist nun in mehreren großen deutschen Automobilwerken vertreten. Ihre Mitgliedschaft im Betriebsrat gilt für die aktuelle Amtszeit.






