RAW-Gelände in Berlin: Droht das Aus für Clubs wie Crack Bellmer und Cassiopeia?
Philipp ZimmermannRAW-Gelände in Berlin: Droht das Aus für Clubs wie Crack Bellmer und Cassiopeia?
Ein langjähriger Streit um das Berliner RAW-Gelände hat sich zugespitzt, nachdem der Grundstückseigentümer Kurth mehreren Clubs und Kulturstätten die Betriebserlaubnis entzogen hat. Beliebte Locations wie das Crack Bellmer, die Bar zum Schmutzigen Hobby und die Cassiopeia befinden sich nun in einer rechtlichen Grauzone und drohen geschlossen zu werden.
Kurth drängt seit Jahren auf eine Neubebauung des Areals und plant nun trotz eines Beschlusses der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg gegen Wohnungsbau den Bau von Wohneinheiten. Das Unternehmen verweigerte kürzlich die Verlängerung kurzfristiger Mietverträge und setzte eine inoffizielle Frist bis Ende dieses Monats für eine Lösung.
Es gibt einen Entwurf für eine Vereinbarung, der Kurth Baurechte einräumt – im Gegenzug sollen soziokulturelle Einrichtungen auf dem Gelände für mindestens 30 Jahre gesichert werden. Doch es gibt weiterhin Streit darüber, wie schnell aus diesem Entwurf ein verbindlicher Plan werden soll. Die Clubbetreiber, die sich nicht unter Druck setzen lassen wollen, fordern eine klare und dauerhafte Lösung.
Als Reaktion ist für diesen Samstag eine Techno-Demonstration gegen die drohenden Schließungen geplant. Die Aktion wird von lokalen Parteien unterstützt, darunter SPD, Grüne und die Linke.
Durch den Entzug der Genehmigungen betreiben die Clubs derzeit ohne rechtliche Grundlage. Ohne einen Durchbruch in den Verhandlungen bleibt die Zukunft der RAW-Kulturszene ungewiss. Die Entscheidung wird davon abhängen, ob Kurth und der Bezirk bis Monatsende eine Einigung erzielen können.






