Radio CORAX kämpft um seine Zukunft vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Philipp ZimmermannRadio CORAX kämpft um seine Zukunft vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Radio CORAX prägt seit dem Jahr 2000 die Medienlandschaft Sachsen-Anhalts. Der Sender hebt sich durch sein vielfältiges Programm hervor, das ausschließlich von seinen Produzent:innen und Ehrenamtlichen gestaltet wird. Doch nun gerät seine Finanzierung ins Wanken – der politische Druck wächst vor der anstehenden Landtagswahl.
Das Radio finanziert sich über eine Mischung aus Landesmedienförderung, kommunalen Zuschüssen, Projektmitteln und Hörerspenden. Fast 400 Mitglieder gestalten rund 175 verschiedene Sendungen – von Musikformaten wie Tipkin bis hin zum Magazin Serendipity. Fast alle Beteiligten arbeiten ehrenamtlich.
Jeder kann eine neue Sendung vorschlagen, indem er eine Idee in der wöchentlichen Redaktionssitzung vorstellt. Nach einem Einführungskurs kann es direkt mit der Ausstrahlung losgehen. Das Programm spiegelt eine breite Palette an Stimmen und Communities wider, ohne zentrale redaktionelle Kontrolle.
Über das Radio hinaus veranstaltet CORAX öffentliche Formate wie Filmabende, Diskussionsrunden und Workshops in seinen Studios. Zudem kooperiert der Sender mit Kulturinstitutionen und AMARC, dem Weltverband der Gemeinschaftsradios.
Trotz seiner langjährigen Präsenz ist die künftige Finanzierung des Senders bedroht. Die rechtspopulistische AfD fordert offen die Streichung seiner Förderung. Selbst wenn das Wahlergebnis CORAX begünstigt, werden Spenden eine noch größere Rolle spielen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Die Existenz des Senders hängt von einer Mischung aus öffentlichen Geldern und Hörerunterstützung ab. Angesichts des wachsenden politischen Widerstands könnte seine Fähigkeit, unabhängiges Programm zu bieten, zunehmend von der Solidarität der Community abhängen. Bis dahin sendet CORAX weiter sein abwechslungsreiches Programm – wie seit über zwei Jahrzehnten.






