Proteste in Albanien: Flamingo-Insel gegen Kushners Luxusressort-Pläne
Philipp ZimmermannProteste in Albanien: Flamingo-Insel gegen Kushners Luxusressort-Pläne
Albanien, ein kleiner Balkanstaat an der Adria, steht derzeit im internationalen Fokus. Demonstranten, die mit rosa Flamingo-Ausschnitten auf einer geschützten Insel protestieren, sorgen für Schlagzeilen. Die Proteste fallen zusammen mit den Plänen von Jared Kushner, dem Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, der auf derselben Insel ein Milliardenprojekt für ein Luxusressort vorantreibt.
Die Insel ist ein bedeutendes Wildtierhabitat und Heimat seltener Flamingos, Pelikane sowie von Schildkrötenbrutstätten. 2023 wurde sie zu Europas erstem Wild River Nationalpark erklärt. Dennoch verlieh Albaniens Ministerpräsident Edi Rama einem mit Kushner verbundenen Unternehmen den Status eines „strategischen Investors“ – was es dem Vorhaben ermöglicht, Umweltprüfungen zu umgehen.
Kushner, der während Trumps Amtszeit die Abraham-Abkommen vorangetrieben hatte, ist für spektakuläre Geschäfte bekannt. Die albanische Regierung, ein eng mit den USA verbündetes NATO-Mitglied und EU-Beitrittskandidat, sieht sich wegen dieser Entscheidung massiver Kritik ausgesetzt. Das mehrheitlich muslimische, aber säkulare Land beherbergt zudem Tausende Mitglieder der Volksmudschaheddin (MEK), einer iranischen Exilgruppe, die sich gegen Teheran stellt.
Die Proteste zeigen: Die Demonstranten sind besorgte albanische Bürger, die um ihre Küste kämpfen – und keine iranischen Agenten, wie manche spekuliert hatten. Während das Resort-Projekt unter Sonderstatus voranschreitet, wachsen die Bedenken hinsichtlich des Umweltschutzes. Albaniens enge Bindungen an die USA und seine Rolle in der regionalen Diplomatie bleiben indes ungebrochen. Doch die Zukunft der Insel als Wildtierrefugium steht auf dem Spiel.






