Pistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht ab – setzt auf Freiwillige und Drohnen-Technologie
Nina SchulzPistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht ab – setzt auf Freiwillige und Drohnen-Technologie
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat seine Haltung zu Rekrutierung und Verteidigungspolitik bekräftigt. Trotz anhaltendem Personalmangel schloss er die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht aus. Seine Äußerungen fielen im Zusammenhang mit Diskussionen über die Zusammenarbeit der Rüstungsindustrie und steigende Kosten bei Marineprojekten.
Pistorius betonte, dass die Bundeswehr auch in den kommenden Jahren auf das Prinzip der Freiwilligkeit setzen werde. Zwar räumte er ein, dass bei einem Überhang an offenen Stellen gegenüber qualifizierten Bewerbern korrigierende Maßnahmen nötig sein könnten. Eine bedarfsgerechte Auswahlpflicht lehnte er jedoch ausdrücklich ab.
Der Minister unterstrich zudem die Bedeutung von Hochtechnologie und kostengünstigen Drohnen für die militärische Überlegenheit im 21. Jahrhundert. Er forderte eine stärkere Einbindung des Know-hows der Automobilindustrie, um die Rüstungsbranche zu stärken. Ein Runden Tisch soll die branchenübergreifende Zusammenarbeit für sichere Lieferketten vorantreiben.
Laut internen Prüfungen sind die Kosten für das Fregattenprojekt F126 auf über 18 Milliarden Euro angewachsen. Die Regierung beobachtet das Wachstum der Streitkräfte und die Entwicklungen in der Industrie genau.
Trotz Rückschlägen wie dem Scheitern des FCAS-Programms bleibt Pistorius den deutsch-französischen Verteidigungskooperationen verpflichtet. Die Bundeswehr wird weiterhin auf freiwillige Rekrutierung und technologischen Fortschritt setzen. Kurzfristige Änderungen bei der Wehrpflicht sind nicht zu erwarten.
