Ostdeutsches Wirtschaftsforum sucht Lösungen für frustrierte Unternehmen und schwache Konjunktur
Miriam HoffmannOstdeutsches Wirtschaftsforum sucht Lösungen für frustrierte Unternehmen und schwache Konjunktur
Ostdeutsches Wirtschaftsforum startet am 31. Mai in Bad Saarow
Vom 31. Mai bis zum 2. Juni findet im brandenburgischen Bad Saarow das Ostdeutsche Wirtschaftsforum statt. Täglich werden rund 350 Führungskräfte aus der Wirtschaft erwartet, die sich mit Bundeskanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche über die aktuellen Herausforderungen der Branche austauschen. Ziel der Veranstaltung ist es, trotz schwieriger konjunktureller Rahmenbedingungen Chancen für die Region aufzuzeigen.
Das Forum beginnt in einer Phase wachsender Verärgerung unter deutschen Unternehmen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) meldet eine zunehmende Verschlechterung der Stimmung in der Wirtschaft und macht dafür die anhaltenden Reformstreitigkeiten innerhalb der Bundesregierung verantwortlich. BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch beschrieb die Unternehmen als „tief entmutigt, ja sogar frustriert“ und warnte, dass blockierte Reformen in einem Wahljahr schwerwiegende Folgen haben könnten.
Hohe Energiekosten, starke Steuerbelastungen und übermäßige Bürokratie belasten die Industrie weiterhin. Der Konflikt im Iran hat die Erwartungen zusätzlich gedämpft – der BDI rechnet für 2024 nicht mehr mit einem Wachstum der Industrieproduktion. Lösch betonte zwar, dass der Rüstungssektor Potenzial biete, insbesondere in Ostdeutschland, wo Flächen und Infrastruktur verfügbar seien. Doch allein werde er die Wirtschaft nicht beleben können.
Die Veranstalter wollen Rüstungsunternehmen mit Start-ups sowie etablierten Maschinenbau- und Automobilherstellern vernetzen. Der BDI fordert die Bundesregierung auf, bürokratische Hürden abzubauen und mehr Spielraum für Innovation und Investitionen zu schaffen. An den Diskussionen nehmen auch die Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg teil.
Im Mittelpunkt des dreitägigen Forums stehen praktische Lösungen für die ostdeutsche Industrie. Wirtschaftsführer und Politiker wollen Wege finden, um regulatorische Lasten zu verringern und Investitionen anzukurbeln. Angesichts des wachsenden wirtschaftlichen Drucks soll die Veranstaltung Herausforderungen in konkrete Wachstumschancen verwandeln.






