Neuer Betriebsrat in Zwickau gewählt – IG Metall dominiert trotz Jobängste
Nina SchulzKeine Rechtsverschiebung - IG Metall gewinnt Wahl bei VW Zwickau - Neuer Betriebsrat in Zwickau gewählt – IG Metall dominiert trotz Jobängste
Im Volkswagen-Werk Zwickau ist ein neuer Betriebsrat gewählt worden – vor dem Hintergrund wachsender Sorgen um Stellenabbau und Produktionsumstellungen. Die Abstimmung fand statt, während der Konzern plant, bis 2030 in Deutschland 35.000 Arbeitsplätze abzubauen, wobei auch in Sachsen mit Entlassungen gerechnet wird. Die Belegschaft, die bereits 1.200 Stellenstreichungen verkraften muss, beteiligte sich in großer Zahl, um ihre künftige Interessenvertretung mitzugestalten.
Rund 8.200 Beschäftigte am Standort Zwickau waren wahlberechtigt. Die Gewerkschaft IG Metall dominierte das Ergebnis mit über 81 Prozent der Stimmen und sicherte sich 29 der 35 Sitze. Mike Rösler, Spitzenkandidat der Gewerkschaft, erkannte die Verunsicherung der Belegschaft an, versprach jedoch, den Standort über das Jahr 2030 hinaus zu sichern.
Das als der rechtspopulistischen AfD nahestehend eingestufte Bündnis "Freie Betriebsratsallianz" erhielt 11,5 Prozent der Stimmen und zieht mit vier Sitzen in den Betriebsrat ein. Eine weitere Gruppe, die "Alternative Liste", kam auf knapp über 7,3 Prozent und erhält zwei Sitze. Die Befürchtung eines Rechtsrucks hatte die Wahl besonders spannungsgeladen gemacht.
Zu Volkswagens umfassender Restrukturierung gehört auch die Schließung der "Gläsernen Manufaktur" in Dresden bis Ende 2025. Zwar ist die genaue Zahl der Stellenstreichungen in Sachsen noch unklar, doch auch Zulieferer in der Region sind von den Einschnitten bedroht. Thomas Knabel von der IG Metall betonte, die Gewerkschaft habe nun ein starkes Mandat, um sowohl das Werk als auch den gesamten Automobilstandort zu schützen.
Die Stimmung in Zwickau hat unter den jüngsten Arbeitsplatzverlusten gelitten, die durch Ruhestandsregelungen, freiwillige Austritte und auslaufende befristete Verträge erreicht wurden. Die Wahlergebnisse bilden nun die Grundlage für Verhandlungen über die Zukunft des Werks in einer sich wandelnden Branche.
Der neue Betriebsrat tritt sein Amt an, während Volkswagen seine Sparpläne weiter vorantreibt. Die deutliche Unterstützung für die IG Metall zeigt eine starke Rückendeckung für ihren Kurs in Sachen Arbeitsplatzsicherung und Standortsicherung. Das Ergebnis spiegelt auch die anhaltenden Sorgen um die industrielle Zukunft der Region wider – vor dem Hintergrund tiefgreifender Veränderungen in der Automobilbranche.






