31 May 2026, 08:14

Mieter zahlen mehr für immer weniger Wohnfläche in deutschen Großstädten

Mieten in Wiesbaden: Weniger Wohnraum für 1000 Euro

Mieter zahlen mehr für immer weniger Wohnfläche in deutschen Großstädten

Mieter in Deutschlands größten Städten bekommen für ihr Geld deutlich weniger Wohnfläche als noch vor zwei Jahren. Eine aktuelle Studie zeigt: Für 1.000 Euro Kaltmiete gibt es heute deutlich weniger Quadratmeter – in manchen Gebieten hat sich die Wohnfläche um fast ein Drittel verringert. Experten warnen, die Entwicklung verschärfe sich weiter, da der Wohnungsbau stockt und die Nachfrage steigt.

Noch 2022 reichte eine Kaltmiete von 1.000 Euro in Wiesbaden für eine durchschnittliche Wohnung mit 91 Quadratmetern. Heute sind es bei gleichem Budget nur noch 82 Quadratmeter – ein Verlust von neun Quadratmetern oder 9,9 Prozent. Die Stadt steht damit nicht allein da: In 60 der 80 untersuchten deutschen Großstädte hat sich die bezahlbare Wohnfläche seit 2020 um mindestens zehn Prozent verringert.

Auch in Hamburg und Mainz wird der Wohnraum knapper: Hier gingen zwölf beziehungsweise neun Quadratmeter verloren. In Berlin erhalten Mieter für dieselbe Miete heute 16 Quadratmeter weniger als 2022. Die stärksten Rückgänge verzeichnet das Ruhrgebiet, wo Gelsenkirchen einen Schwund von 29 Quadratmetern verzeichnet.

Theo Mseka, Vorstand von Immowelt, nennt die Lage „alarmierend“ und führt als Hauptgründe steigende Baukosten, höhere Instandhaltungskosten und die Zinswende an. Ein weiterer Faktor sei der „Überlaufeffekt“: Wenn Großstädte unbezahlbar werden, verlagern sich Nachfrage und Preise in das Umland. Im Ruhrgebiet führen bereits kleine Mietsteigerungen zu zweistelligen prozentualen Sprüngen – ein „Nachholeffekt“ mache sich bemerkbar.

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Die Studie offenbart eine wachsende Kluft zwischen Mieten und verfügbarem Wohnraum in ganz Deutschland. Ohne Maßnahmen zur Entlastung des Wohnungsbaus befürchten Experten eine weitere Verschärfung der Lage. Betroffene Mieter zahlen bereits heute mehr für weniger Wohnung – und eine Besserung ist nicht in Sicht.

Quelle