Metall- und Elektroindustrie verliert weiter an Fahrt – 300.000 Jobs seit 2019 weg
Philipp ZimmermannMetall- und Elektroindustrie verliert weiter an Fahrt – 300.000 Jobs seit 2019 weg
Deutschlands Metall- und Elektroindustrie steckt in neuen Turbulenzen. Im April ging die Beschäftigung im Sektor deutlich zurück – der stärkste monatliche Rückgang seit Mitte 2020. Damit verschärft sich ein anhaltender Abwärtstrend, durch den seit 2019 bereits über 300.000 Arbeitsplätze verloren gingen.
Im April zählte die Branche noch 3,746 Millionen Beschäftigte, ein saisonbereinigter Rückgang um 15.600 Stellen. Die ungebrochene Serie von Stellenabbau hält damit bereits seit zweieinhalb Jahren an. Gleichzeitig sank die Produktion im Vergleich zum Vorquartal um 2,0 Prozent und im Jahresvergleich um 2,7 Prozent.
Die Auftragseingänge im Maschinen- und Anlagenbau brachen im April gegenüber März um 5,4 Prozent ein. Die Industrieaufträge insgesamt gingen im selben Zeitraum um 3,8 Prozent zurück, wobei die März-Zahlen nach unten korrigiert wurden. In den drei Monaten bis April 2026 lagen die Auftragseingänge um 3,1 Prozent unter dem Niveau der vorherigen Drei-Monats-Periode.
Die Kapazitätsauslastung beträgt derzeit nur noch 79 Prozent – deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 85 Prozent. Die aktuelle Produktion liegt weiterhin 15 Prozent unter dem Stand von 2018 und verlängert damit die längste Rezession der Branche seit dem Zweiten Weltkrieg. Gleichzeitig stiegen die Unternehmensinsolvenzen im Mai 2025 auf 1.518 Fälle, ein Anstieg um 57 Prozent im Vergleich zum Mai-Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.
Trotz staatlicher Hilfen hält die Krise an: Aufträge, Produktion und Beschäftigung gehen weiter zurück, eine Erholung ist nicht in Sicht. Die jüngsten Daten bestätigen, dass sich die Lage der deutschen Metall- und Elektroindustrie weiter zuspitzt.






