04 May 2026, 08:18

Massive Kritik an geplanter Gaskraftwerk-Bau in der Ingelheimer Aue

Menschen sitzen vor einem Gebäude mit Fenstern und Namensschildern während einer Klimawandel-Demonstration in Berlin, umgeben von Flaschen und anderen Gegenständen, mit Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Massive Kritik an geplanter Gaskraftwerk-Bau in der Ingelheimer Aue

Ein Bündnis aus Umweltschutzorganisationen hat sich gegen die Pläne der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) ausgesprochen, ein neues Gaskraftwerk zu bauen. Die geplante Anlage in der Ingelheimer Aue, einem Überschwemmungsgebiet, stößt auf massive Kritik, da sie im Widerspruch zu den Klimazielen der Stadt Mainz stehe. Gegner des Projekts warnen, dass das Vorhaben die Stadt für Jahrzehnte an veraltete Energielösungen binden könnte.

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Mittlerweile sind beim Strukturdirektion Süd (SGD Süd) zehn offizielle Einsprüche gegen das Kraftwerk eingereicht worden. Ein zentraler Kritikpunkt ist der Verzicht auf eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung – die letzte Untersuchung datiert von 2005 und ist damit fast 20 Jahre alt. Greenpeace Mainz-Wiesbaden warnte, das Kraftwerk könnte die Bemühungen der Stadt gefährden, bis 2035 klimaneutral zu werden.

Michael Lengersdorff von MainzZero hinterfragte, wie KMW die Klimaziele mit dem Bau neuer Gaskraftwerke vereinbaren wolle: „Wie will KMW die Klimaziele erreichen, indem es neue Gaskraftwerke baut?“Maren Goschke vom BUND Mainz kritisierte die Investition von 44 Millionen Euro als Festlegung auf „veraltete, konventionelle Gaskraftwerkstechnologie“, die über Jahre hinweg bestehen bleibe.

Das Bündnis verweist stattdessen auf Batteriespeicher als tragfähige und zunehmend kostengünstige Alternative. Die Produktionskosten für Batteriesysteme seien in den letzten 15 Jahren drastisch gesunken – von etwa 1.300 Euro pro Kilowattstunde auf nur noch 90 Euro heute. Skeptisch zeigen sich die Umweltverbände auch gegenüber KMWs Vorschlag, die Anlage später auf Wasserstoff umzurüsten. Diese Idee sei unsicher und nicht erprobt.

Die Einsprüche liegen nun bei der SGD Süd zur Prüfung vor. Sollte das Kraftwerk genehmigt werden, würde es eine langfristige Investition in fossile Infrastruktur bedeuten – zu einem Zeitpunkt, an dem Mainz die Klimaneutralität anstrebt. Die Umweltschützer fordern stattdessen den Ausbau erneuerbarer Energien und verweisen auf Batteriespeicher als bewährte und kosteneffiziente Lösung.

Quelle