Machtkampf im Kfz-Handwerk: ZDK reformiert – ZVK erhöht Druck auf Mitgliedsbeiträge
Ben HofmannMachtkampf im Kfz-Handwerk: ZDK reformiert – ZVK erhöht Druck auf Mitgliedsbeiträge
Die Spannungen zwischen dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und dem Zentralverband Deutscher Kfz-Handwerke (ZVK) haben nach monatelangen Auseinandersetzungen einen Höhepunkt erreicht. Im Mittelpunkt des Konflikts stehen Mitgliedsbeiträge, organisatorische Kontrolle und die Zukunft des deutschen Kfz-Handwerks. Beide Seiten haben entschlossene Maßnahmen ergriffen, um ihre Positionen zu verteidigen – der ZDK setzt nun neue Strategien um, um Mitglieder zu halten und zu gewinnen.
Die jüngsten Reformen, die im Januar 2024 eingeführt wurden, markieren einen Wendepunkt in der Arbeitsweise des ZDK. Die Änderungen zielen darauf ab, die Mitgliedschaft zu vereinfachen, die Governance-Strukturen zu klären und die seit Langem bestehenden Reibereien mit dem ZVK zu entschärfen.
Der ZDK begann seine Umstrukturierung im Januar 2024 mit Fokus auf die wichtigsten Automobilregionen wie Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen. In Städten wie Stuttgart, München und Köln bot die Organisation vereinfachte Übertritte für Handwerksinnungen an, kombiniert mit Rechtsberatung, reduzierten Gebühren und Unterstützung bei Weiterbildungen. Ziel war es, die Bindung an Kfz-Reparatur- und Vertriebsbetriebe zu stärken – zu einer Zeit, in der regionale Verbände mit Unsicherheiten kämpften.
Bis Oktober 2025 spitzte sich der Streit weiter zu, als der ZVK 95 Prozent der Mitgliedsbeiträge des ZDK forderte. Der ZDK reagierte mit einer grundlegenden Reform des Beitragssystems und warf dem ZVK vor, ein "bewusst herbeigeführtes Szenario" zu schaffen, um eine Spaltung zu erzwingen. Die Neuregelungen beendeten zudem die Praxis gemeinsamer Personalvertretungen in den Gremien und zwangen beide Organisationen zu einer klaren Trennung.
Neue Bestimmungen beschränken Ausschüsse nun auf beratende Funktionen, um widersprüchliche öffentliche Stellungnahmen zu vermeiden. Der ZDK führte außerdem direkte Mitgliedschaftswege für Werkstätten ein, die es ihnen ermöglichen, sich ohne Umweg über Landesverbände direkt der Bonner Zentrale anzuschließen. Führungsentscheidungen werden künftig über die Mitgliederversammlung getroffen, was Branchenveteranen einen klareren Aufstieg in Spitzenpositionen eröffnet.
Obwohl der Rechtsstreit um die Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen an Dynamik verloren hat, betont der ZDK, dass seine Reformen auf mehr Transparenz und eine bessere Anpassung an die Bedürfnisse der Branche abzielen. Die Organisation intensiviert nun die Kommunikation in den betroffenen Regionen, um die Änderungen und ihre Auswirkungen auf die Betriebe zu erläutern.
Die Reformen des ZDK haben seine Strukturen grundlegend verändert: Gemeinsame Governance-Modelle wurden abgeschafft, Werkstätten erhalten neue Wege, um beizutreten. Angesichts der nach wie vor angespannten Lage setzt der Verband auf direkte Information, um seine Mitglieder auf dem Laufenden zu halten.
Der Streit um Beiträge und Kontrolle bleibt zwar ungelöst, doch die jüngsten Schritte des ZDK deuten auf einen Kurs hin, der mehr Unabhängigkeit und eine stärkere Zentralisierung anstrebt. Unternehmen im Automobilsektor stehen nun vor klareren – wenn auch stärker getrennten – Vertretungsoptionen.






