Kirchen als kühle Rückzugsorte: Warum Berlin über natürliche Klimaoasen diskutiert
Miriam HoffmannKirchen als kühle Rückzugsorte: Warum Berlin über natürliche Klimaoasen diskutiert
Die Opposition hat den Berliner Senat dafür kritisiert, dass er während Hitzeperioden nicht genug kühle Rückzugsorte zur Verfügung stellt. Nun wird diskutiert, ob Kirchen als natürliche Kühlräume dienen könnten. Religiöse Vertreter und Politiker fordern Maßnahmen, um diese Räume besser zugänglich zu machen.
Kirchen bleiben oft kühl, dank ihrer dicken Mauern und hohen Decken – ideal, um extremen Temperaturen zu entgehen. Doch nur 13 evangelische Kirchen in Berlin öffnen an jedem Wochentag, einige weitere nur unter besonderen Bedingungen.
Die katholische und evangelische Kirche in Berlin und Brandenburg haben ihre Gemeinden aufgefordert, geeignete Räume als kühle Zufluchtsorte bereitzustellen. Einige, wie die Apostel-Paulus-Kirche in Schöneberg, sind ganzjährig täglich geöffnet. Möglich wird dies durch Ehrenamtliche aus der Gemeinde und dem Stadtteil. Auch die Wichern-Kirche in Spandau bleibt offen und bietet Anwohnern einen Ort der Begegnung und Besinnung.
Ein weiteres Beispiel ist die St. Marien-Kirche nahe dem Fernsehturm. Sie ist täglich geöffnet, finanziert durch Spenden von Touristen, und bietet obdachlosen Menschen Schutz. Viele andere Kirchen bleiben jedoch verschlossen – aus Sorge vor Diebstahl, Vandalismus und Haftungsfragen. Die finanziellen Mittel sind begrenzt, und die Öffnung hängt oft vom Engagement Freiwilliger ab.
Tobias Schulze von der Linken fordert den Senat auf, mit Kirchen und Einkaufszentren zusammenzuarbeiten. Er sieht darin eine Chance, während Hitzeperioden mehr kühle Räume anzubieten.
Der Druck für kühlere öffentliche Orte bleibt bestehen. Kirchen bieten eine praktische Lösung, stehen aber vor Herausforderungen bei Finanzierung und Sicherheit. Der Senat könnte diese Probleme angehen müssen, um mehr kühle Rückzugsorte zu schaffen.
