KI schreibt Reden und Kolumnen: Wie deutsche Politiker und Medien die Technologie nutzen
Miriam HoffmannKI schreibt Reden und Kolumnen: Wie deutsche Politiker und Medien die Technologie nutzen
Künstliche Intelligenz spielt eine immer größere Rolle in deutschem Journalismus und in der Politik. Prominente Persönlichkeiten nutzen die Technologie bereits, um Reden, Gastbeiträge und Kolumnen zu verfassen. Doch ihr Einsatz hat eine Debatte über Genauigkeit und Verantwortung ausgelöst.
Digitalminister Karsten Wildberger setzt auf große Sprachmodelle, um seine Reden und Artikel zu schreiben. Seine Texte erscheinen in Publikationen wie der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und dem Handelsblatt. Auch Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt versuchte sich an einem AI-generierten Gastbeitrag – doch die FAZ lehnte ihn ab.
Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Springer, ging noch einen Schritt weiter: Er veröffentlichte eine Kolumne, die vollständig von Google Gemini verfasst worden war. Unterdessen berichten Berliner Insider, der ehemalige Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff habe KI genutzt, um seine Texte aufzuwerten. Das Ministerium betont, man sehe kein Problem darin, KI als unterstützendes Werkzeug zu nutzen – vorausgesetzt, die Nutzer prüften die Ergebnisse sorgfältig.
Politiker und Beamte verlassen sich seit langem auf Teams, die ihre Aussagen formulieren. Doch ein junger Beobachter warnt, dass ältere Generationen bei der Nutzung von KI im Journalismus Vorsicht walten lassen sollten.
Der Einsatz von KI in deutschen Medien und der Politik nimmt zu. Eine unkritische Nutzung ohne Kontrollen kann zu Fehlern führen. Die zögerliche Digitalisierung des Landes erschwert zudem den verantwortungsvollen Umgang mit solchen Technologien.






