Halles "Volksparlament" kämpft für mehr Mitsprache in der Bildungspolitik
Miriam HoffmannHalles "Volksparlament" kämpft für mehr Mitsprache in der Bildungspolitik
Ein "Volksparlament" in Halle fordert mehr Mitsprache bei der Bildungspolitik
In Halle hat kürzlich ein "Volksparlament" stattgefunden, bei dem sich Einwohnerinnen und Einwohner im Alter von einem bis 66 Jahren versammelten, um drängende Probleme im lokalen Bildungssystem anzugehen. Die Veranstaltung sollte das aktuelle politische System herausfordern, das die Organisatoren als von Lobbyisten dominiert und nicht am Gemeinwohl orientiert beschreiben. Die Teilnehmenden entwickelten konkrete Forderungen nach besserer Finanzierung und Abstimmung in Kitas und Schulen.
Ausgerichtet wurde die Versammlung von Neue Generation, der Nachfolgeorganisation der Klimaprotestgruppe Letzte Generation. Anders als klassische politische Foren sollte hier ein echter Querschnitt der Gesellschaft zu Wort kommen – frei von dem, was die Organisatoren als "Lobbyistenparlament" im Bundestag bezeichnen. Im Mittelpunkt standen die prekären Zustände im Halleschen Bildungssystem, wobei statt Kürzungen mehr Investitionen gefordert wurden.
Die Anwesenden sprachen sich zudem für eine bessere Zusammenarbeit zwischen bestehenden kommunalen Gremien und Akteuren aus, um Ressourcenverschwendung zu vermeiden. Ihre Vorschläge wurden anschließend Katharina Brederlow, der Bildungsdezernentin der Stadt Halle, präsentiert – in der Hoffnung, die anstehenden Entscheidungen des Stadtrats zu beeinflussen. Die Organisatoren forderten die Stadt zudem auf, Mittel aus dem Sonderhaushalt für Infrastruktur und Klimaneutralität umzuwidmen und stattdessen in die Bildung zu stecken.
Das Hallesche Treffen markiert den Auftakt einer größeren Kampagne: Vom 17. bis 24. April 2026 ist ein bundesweites "Offenes Volksparlament" unter dem Motto "Wie nah sind wir dem Faschismus? Die Gegenwart verstehen. Mut entwickeln. Gemeinsam handeln." geplant. Die Initiative zielt darauf ab, in einer von den Organisatoren als gesellschaftliche Krise beschriebenen Zeit eine stabile demokratische Grundlage zu schaffen.
Zu den Ergebnissen des Halleschen Treffens gehört ein direkter Appell an die Kommunalpolitik, die Bildungsfinanzierung zu erhöhen und die Politik besser zu koordinieren. Die für 2026 geplante bundesweite Veranstaltung wird die Debatte erweitern – mit Fokus auf demokratische Widerstandsfähigkeit und kollektives Handeln. Die Organisatoren wollen auch weiterhin jenseits klassischer politischer Kanäle strukturellen Wandel vorantreiben.






