Gorleben bleibt länger als geplant: Atommüll-Zwischenlager soll bis 2054 laufen
Ben HofmannGorleben bleibt länger als geplant: Atommüll-Zwischenlager soll bis 2054 laufen
Atommüll-Zwischenlager Gorleben soll deutlich länger als geplant betrieben werden
Das bundesweite Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle in Gorleben wird voraussichtlich weit länger in Betrieb bleiben als ursprünglich vorgesehen. Zwar läuft die aktuelle Genehmigung 2034 aus, doch die Suche nach einem Endlager für die strahlenden Abfälle dauert deutlich länger als das gesetzlich angestrebte Zieljahr 2031. Aufgrund dieser Verzögerung prüfen die Behörden nun eine Verlängerung der Betriebsdauer.
Die bundeseigene Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat einen Antrag auf eine 20-jährige Verlängerung der Betriebsgenehmigung für Gorleben gestellt. Im Lager sind derzeit 113 CASTOR-Behälter mit abgebrannten Brennelementen und Wiederaufarbeitungsabfällen untergebracht. Die BGE begründet die Verlängerung mit Sicherheitsaspekten und verweist auf regelmäßige Überprüfungen sowie den Austausch mit Fachleuten und Beteiligten.
Die Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) wird das Genehmigungsverfahren begleiten. Dennoch gibt es Bedenken hinsichtlich der langfristigen Sicherheit des Standorts. Die oberirdische Lagerhalle weist dünnere Wände und Decken auf als neuere Anlagen: Die Wände sind nur 50 Zentimeter dick, die Dachplatte misst lediglich 20 Zentimeter. Umweltverbände, darunter die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüneburg-Dannenberg, stellen zudem die langfristige Beständigkeit der Behälter infrage.
Mit der Verlängerung könnte Gorleben mindestens bis 2054 in Betrieb bleiben. Da ein Endlager noch nicht in Sicht ist, bleibt das Zwischenlager vorerst eine zentrale Säule für die Einlagerung hochradioaktiver Abfälle. Nun müssen die Aufsichtsbehörden prüfen, ob die alternde Anlage die notwendigen Sicherheitsstandards für die geplante Verlängerung erfüllt.
