Gleichstellungsbeauftragte kämpfen gegen wachsende Hasswelle und politische Kälte
Miriam HoffmannGleichstellungsbeauftragte kämpfen gegen wachsende Hasswelle und politische Kälte
Gleichstellungsbeauftragte in Deutschland sehen sich wachsender Feindseligkeit ausgesetzt
In Deutschland nehmen antifeministische Angriffe zu – Gleichstellungsbeauftragte werden zunehmend mit Hass konfrontiert. Ein neuer Bericht dokumentiert Vandalismus, Drohungen und politischen Widerstand gegen ihre Arbeit. Die Vorfälle spiegeln einen bundesweiten Trend wider, bei dem Initiativen für Gleichberechtigung zunehmend auf Ablehnung stoßen.
Allein 2024 verzeichnete die Meldestelle Antifeminismus 558 antifeministische Vorfälle – im Schnitt zehn pro Woche. Besonders häufig kam es zu Sachbeschädigungen, vor allem an orangefarbenen Bänken, die im Rahmen der UN-Kampagne Orange the World gegen geschlechtsspezifische Gewalt aufgestellt wurden. In Osnabrück wurde eine Bank mit Graffiti beschmiert, in Wiesbaden verschwand eine komplett. In Annweiler veränderten Täter die Aufschrift der Bank, um Gewalt gegen Frauen zu verherrlichen.
Eine Umfrage zeigt: 63 Prozent der Gleichstellungsbeauftragten erlebten in den vergangenen zwei Jahren antifeministische Angriffe, 40 Prozent sogar mehrfach. Fünf Prozent erhielten explizite Drohungen, darunter Todesdrohungen. Gleichzeitig schwindet die politische Unterstützung – durch Kürzungen bei den Mitteln und abgesagte Auftritte von Amtsträgern.
Hinter den Angriffen steht der organisierte Antifeminismus, eine Bewegung, die sexuelle Selbstbestimmung und Vielfalt ablehnt. Die Beauftragten wehren sich mit Bündnissen, Strategieaustausch und Netzwerkbildung. Entscheidend für ihre Widerstandsfähigkeit bleibt jedoch die Rückendeckung durch ihre eigenen Verwaltungen.
Die Zunahme der Angriffe zeigt, vor welchen Herausforderungen Gleichstellungsbeauftragte heute stehen. Ohne stärkeren politischen und institutionellen Rückhalt könnte ihre Arbeit noch schwieriger werden. Netzwerke und Solidaritätsinitiativen helfen ihnen, sich gegen den wachsenden Widerstand zur Wehr zu setzen.






