16 April 2026, 08:16

Glasfaserausbau: Offene Netze revolutionieren Deutschlands Infrastruktur

Blauer Hintergrund mit zentrierter weißer Schrift, die "Präsident Biden setzt sich dafür ein, bis 2030 jeden Amerikaner mit erschwinglichem Hochgeschwindigkeitsinternet zu verbinden."

Glasfaserausbau: Offene Netze revolutionieren Deutschlands Infrastruktur

Offene Netze gewinnen in Deutschlands Glasfaserausbau an Fahrt

Im deutschen Glasfasersektor setzt sich das Prinzip des offenen Netzzugangs zunehmend durch, da immer mehr Betreiber auf gemeinsame Infrastruktur setzen. Mit fast 300 Unternehmen, die derzeit Glasfasernetze ausbauen, verändert der Druck nach mehr Wettbewerb und größerer Anbietervielfalt die Branche. Aktuelle Geschäfte und regulatorische Diskussionen unterstreichen die wachsende Bedeutung dieses Ansatzes.

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Erst kürzlich hat Deutsche GigaNetz eine Partnerschaft mit dem schwedischen Internetdiensteanbieter Bahnhof und Westconnect geschlossen, um sein Open-Access-Modell auszubauen. Dies entspricht einem breiteren Trend, bei dem Netzbetreiber Drittanbietern den Zugang zu ihren Leitungen ermöglichen – und so die Auswahl für Verbraucher erhöhen. Frank Rosenberger von 1&1 Versatel verwies darauf, dass mittlerweile 83 Prozent der Kunden eine Auswahl zwischen verschiedenen Anbietern erwarten, was die Nachfrage nach offenen Systemen weiter verstärkt.

Die Stadtwerke Neustadt am Rübenberge kündigten an, ihr Glasfasernetz bis 2030/2031 für Drittanbieter zu öffnen. Gleichzeitig wird Plusnet in Kürze eigene Dienste über die Infrastruktur von OXG anbieten – ein weiteres Beispiel dafür, wie Unternehmen gemeinsame Netze nutzen. Jürgen Rohr von Plusnet argumentierte, dass der Markt die Entwicklung offener Netze schneller vorantreiben werde als neue Regulierungen.

Doch nicht alle sind sich über das Tempo des Wandels einig. Marc Kahabka von VSE Net warnte, dass die Nachrüstung bestehender Netze mit neuen Standards eine Herausforderung darstelle. Steven Blount von EWE Tel räumte ein, dass offener Netzzugang zwar höhere Anfangsinvestitionen erfordern könnte, langfristig aber entscheidend sei, um die Netzwerkauslastung zu maximieren. Daniela Brönstrup von der Bundesnetzagentur (BNetzA) forderte strengere Kontrollen für Fälle, in denen sich offene Netze nicht durchsetzen.

Die Hinwendung zu offenen Netzen verändert die deutsche Glasfaserlandschaft: Immer mehr Betreiber setzen auf geteilte Infrastruktur. Während einige auf marktgetriebene Lösungen setzen, plädieren andere für regulatorische Eingriffe, um fairen Wettbewerb zu sichern. Wie schnell Verbraucher Zugang zu einer größeren Auswahl an Anbietern erhalten, wird davon abhängen, welcher Ansatz sich durchsetzt.

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