Giffey kritisiert Spritsteuersenkung als wirkungslos gegen hohe Spritpreise
Philipp ZimmermannGiffey kritisiert Spritsteuersenkung als wirkungslos gegen hohe Spritpreise
Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey kritisiert geplante Spritsteuersenkung als unzureichend
Berlins Senatorin für Wirtschaft, Franziska Giffey, hat die von der Bundesregierung beschlossene Senkung der Kraftstoffsteuer als ungenügend bezeichnet, um die Preise an der Zapfsäule spürbar zu drücken. Sie warnte, dass Mineralölkonzerne einen Großteil der Steuerentlastung einbehalten könnten, statt die Ersparnis an die Verbraucher weiterzugeben. Die Maßnahme, die am 1. Mai in Kraft treten soll, sieht eine Reduzierung der Spritsteuer um 16,7 Cent pro Liter vor – zu Lasten der Steuerzahler in Höhe von 1,6 Milliarden Euro.
Die Steuersenkung war von der Regierungskoalition beschlossen worden, um Haushalte und Unternehmen finanziell zu entlasten. Giffey argumentierte jedoch, dass der Schritt die jüngsten Preissprünge kaum ausgleichen werde. Seit Beginn des Iran-Konflikts seien die Kosten für Benzin und Diesel in Deutschland stärker gestiegen als in anderen EU-Ländern.
Giffey warf Teilen der Ölindustrie vor, als "Krisengewinnler und Profiteure" zu handeln und die Situation auszunutzen, um die Gewinne zu steigern. Sie forderte schärfere Maßnahmen, darunter eine Deckelung der Spritpreise und die Begrenzung von Unternehmensgewinnmargen. Als Vorbild nannte sie bereits umgesetzte Regelungen in Nachbarländern wie Polen, Belgien und Luxemburg.
Die Treibstoffermäßigung tritt zwar im kommenden Monat in Kraft, doch bleibt ungewiss, wie stark sie sich auf die Verbraucherpreise auswirken wird. Giffeys Forderungen nach strengeren Kontrollen zielen darauf ab, zu verhindern, dass die Konzerne die Steuererleichterung selbst einstecken. Ohne weitere Schritte, so ihre Befürchtung, könnten Autofahrer von der staatlichen Hilfe kaum etwas merken.






