Gastronomie kämpft mit extrem unterschiedlichen Terrassengebühren in deutschen Städten
Philipp ZimmermannGastronomie kämpft mit extrem unterschiedlichen Terrassengebühren in deutschen Städten
Gastronomiebetriebe in Deutschland zahlen stark unterschiedliche Gebühren für Außenflächen auf öffentlichem Grund
Eine neue Umfrage zeigt enorme Unterschiede bei den Kosten auf – in manchen Städten verlangen die Kommunen mehr als das Zwanzigfache im Vergleich zu anderen. Nun mehren sich die Forderungen, die Gebühren komplett abzuschaffen, um die Belastung für die Betriebe zu verringern.
Terassennutzungsgebühren sind Sondernutzungsentgelte, die Restaurants für das Aufstellen von Tischen und Stühlen auf Gehwegen oder Plätzen entrichten müssen. Sie gelten für Außenflächen, die in der Regel zwischen Mai und September genutzt werden, vor allem in belebten Innenstadtlagen. Die durchschnittlichen Kosten für eine 25 m² große Fläche in einer Top-Lage betragen 328 Euro.
Am höchsten sind die Gebühren in Wernigerode, wo Gastronomen für eine Standardsaison-Terrasse 1.163 Euro zahlen müssen. Diese hohe Abgabe folgte einer Anpassung der Sondernutzungssatzung im Jahr 2023. Am anderen Ende der Skala liegen Schönebeck und Zeitz mit nur 52 Euro bzw. 56 Euro.
Gleichzeitig hat bereits jede fünfte befragte Kommune die Terassennutzungsgebühren vollständig abgeschafft. Kritiker argumentieren, dass der finanzielle Ausfall für die Städte minimal wäre, da die Einnahmen weniger als 0,05 Prozent der gesamten Kommunalhaushalte ausmachen. Zudem würde der Wegfall der Gebühren den Verwaltungsaufwand für deren Erhebung reduzieren.
Ralf Seibicke, Landesvorsitzender des Bundes der Steuerzahler, unterstützt die Forderungen nach einer Reform. Er betont, dass der Verzicht auf die Gebühren eine dringend benötigte Entlastung für Restaurants darstellen würde – insbesondere für kleinere Betriebe, die mit steigenden Kosten kämpfen.
Die Debatte um die Terassennutzungsgebühren zeigt die ungleiche finanzielle Belastung für Gastronomiebetriebe. Während einige Städte die Abgaben bereits gestrichen haben, wächst der Druck auf andere, diesem Beispiel zu folgen. Eine Abschaffung der Gebühren könnte nicht nur die Abläufe für Kommunen und Gastronomen vereinfachen, sondern auch die Außenbewirtung attraktiver machen.






