25 May 2026, 02:15

Florentina Holzinger sprengt mit spektakulärem Pfingst-Spektakel alle Grenzen

Florentina Holzingers 'Pfingstspiel' mit Friedenstauben und Monstertrucks

Florentina Holzinger sprengt mit spektakulärem Pfingst-Spektakel alle Grenzen

Ein mutiges und spektakuläres Schauspiel entfaltete sich über das Pfingstwochenende in Wien, das extreme Körperlichkeit mit modernster Technologie verband. Florentina Holzingers neueste Produktion, aufgeführt im Wiener Eislaufverein und auf Schloss Prinzendorf, sprengte alle Grenzen – mit nackten Performern, kollidierenden Fahrzeugen und einer Fallschirmspringerin mit Taubenhelm.

Das Spektakel begann mit Holzinger und ihrem rein weiblichen Ensemble, das im Schlosshof das Letzte Abendmahl neu interpretierte. Ihre Parodie auf Hermann Nitschs umstrittene Werke setzte den Ton für eine Aufführung, die gleichermaßen provokant wie huldigend war. Anschließend ließ sich eine nackte Frau von der Fassade des Hotels Intercontinental abseilen – eine Reminiszenz an Trisha Browns Man Walking Down the Side of a Building aus dem Jahr 1970.

Ein Monstertruck zermalmte später einen Panzer, dessen Zerstörung mit dem Eintreffen einer Fallschirmspringerin im Taubenhelm synchronisiert war. Dieser Moment symbolisierte den Heiligen Geist und rahmte die Szene als Appell für Frieden ein. Die Performance umfasste zudem Autos, ein Motorrad und einen Fallschirmsprung – jedes Element steigerte die Intensität.

Der Höhepunkt zeigte sich, als dreizehn Frauen, darunter Holzinger, in die Luft des Innenhofs gehievt wurden. Sanft schwebend, wiegten sie sich im Gleichklang – ein scharfer Kontrast zum vorherigen Chaos. Zuvor war eine nackte Performerin von Drohnen mit roter Farbe besprüht worden, eine markante „Malaktion“, die Technologie und rohe Körperlichkeit verschmolz.

Holzingers Werk markiert einen Bruch mit den früheren Wiener Aktionisten, indem es moderne Werkzeuge einbindet, ohne den konfrontativen Geist der Gattung zu verlieren. Das Publikum, das nach Schloss Prinzendorf gebracht worden war, erlebte eine Darstellung, die gleichermaßen herausforderte und faszinierte.

Die Produktion hinterließ einen bleibenden Eindruck, indem sie religiöse Symbolik mit radikalem Theater verband. Holzingers Einsatz von Maschinen, extremen Stunts und einem rein weiblichen Ensemble erweiterte die Grenzen der Performance-Kunst. Der Höhepunkt – dreizehn schwebende Frauen in stiller Harmonie – bot einen flüchtigen Moment der Schönheit mitten im Tumult.

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