30 May 2026, 10:15

Fachkräftemangel in Deutschland: Warum internationale MINT-Absolventen die Rettung sein könnten

International Absolventen dreimal wahrscheinlicher, in Deutschland Arbeit zu finden

Fachkräftemangel in Deutschland: Warum internationale MINT-Absolventen die Rettung sein könnten

Deutschland kämpft mit einem wachsenden Fachkräftemangel – besonders in den MINT-Bereichen. Aktuell fehlen hierzulande rund 148.500 qualifizierte Arbeitskräfte in diesen Feldern, und bis zum nächsten Jahrzehnt werden voraussichtlich weitere 1,85 Millionen Beschäftigte den Arbeitsmarkt verlassen. Um diese Lücken zu schließen, wird es immer wichtiger, internationale Talente im Land zu halten.

Eine neue Studie zeigt: Absolventen internationaler Herkunft, die an deutschen Hochschulen studiert haben, finden dreimal häufiger eine Anstellung als Migranten, die direkt zur Arbeitsaufnahme einreisen. Wer über den Hochschulweg nach Deutschland kommt, möchte zudem 1,6-mal häufiger dauerhaft bleiben. Mehr als die Hälfte der internationalen Studierenden konzentriert sich hier auf MINT-Fächer – sie sind damit eine zentrale Zielgruppe, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen.

Praktische Berufserfahrung ist ein entscheidender Faktor für den Berufseinstieg. Studierende, die Praktika absolvieren, ihre Abschlussarbeit in Kooperation mit Unternehmen schreiben oder fachnahe Nebenjobs ausüben, steigern ihre Jobchancen um 84 Prozent. Dagegen verringern nicht fachbezogene Tätigkeiten die Aussichten auf eine Festanstellung um etwa 28 Prozent. Auch Deutschkenntnisse zahlen sich aus: Selbst in englischsprachigen Positionen verbessern gute Sprachkenntnisse die Einstellungschancen deutlich.

Trotz dieser Bedeutung geben nur etwa 15 Prozent der internationalen Studierenden an, dass in ihrem Studiengang verpflichtende Deutschkurse vorgesehen sind. Finanzielle Schwierigkeiten, Visa-Hürden und begrenzte Karriereperspektiven zählen zu den Hauptgründen, warum fast die Hälfte derjenigen, die Deutschland verlassen, das Land wieder verlässt. Doch 26 Prozent der Befragten, die ursprünglich nur einen kurzen Aufenthalt planten, blieben nach dem Berufseinstieg langfristig.

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Die Ergebnisse unterstreichen den dringenden Bedarf an besseren Unterstützungsstrukturen, um internationale Talente in Deutschland zu halten. Ausgebauter Sprachunterricht, vereinfachte Visaverfahren und mehr praxisintegrierte Studienangebote könnten mehr Absolventen den Übergang in den Arbeitsmarkt erleichtern. Angesichts der sich verschärfenden Fachkräftelücke in den MINT-Berufen könnten diese Maßnahmen entscheidend sein, um die zukünftigen Arbeitsmarktbedürfnisse des Landes zu sichern.

Quelle