EZB erhöht Leitzinsen erstmals seit drei Jahren – doch hilft das gegen die Inflation?
Ben HofmannEZB erhöht Leitzinsen erstmals seit drei Jahren – doch hilft das gegen die Inflation?
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat erstmals seit fast drei Jahren ihre Leitzinsen angehoben. Die Erhöhung um einen Viertelprozentpunkt markiert einen Kurswechsel in der Geldpolitik. Ökonomen bewerten diesen Schritt jedoch als weitgehend symbolisch und betonen, dass nun die Regierungen stärker in der Pflicht stehen, die Krise zu bewältigen.
Die deutsche Ampelkoalition unternahm 2022 Schritte, um die Energieversorgung zu diversifizieren und Preisobergrenzen einzuführen. Diese Maßnahmen sollten Haushalte und Unternehmen entlasten. Doch der aktuelle Inflationsschub geht vor allem auf die Blockade der Straße von Hormus zurück, die die Kosten für fossile Brennstoffe in die Höhe getrieben hat.
Höhere Zinsen werden Kredite für Unternehmen und Verbraucher verteuern. Dies könnte die ohnehin stockende Wirtschaft weiter schwächen. Selbst mit der Zinserhöhung zweifeln Experten daran, dass die Preise sinken werden, da der Inflationsschub seine Ursache weniger in der inländischen Nachfrage als vielmehr in geopolitischen Spannungen hat.
Ökonomen fordern seit Langem gezielte Lösungen zur Bewältigung der Krise. Sie schlagen Maßnahmen vor wie industrielle Strompreismodelle, gestaffelte Energiezuschüsse und einen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien. Doch die politische Zurückhaltung, faire und nachhaltige Strategien umzusetzen, bleibt ein großes Hindernis.
Die Entscheidung der EZB zeigt die Grenzen der Geldpolitik bei der Lösung der aktuellen Krise auf. Die deutsche Regierung muss nun stärker mit fiskalpolitischen Maßnahmen gegensteuern. Ohne solche Schritte wird die wirtschaftliche Belastung für Unternehmen und Haushalte voraussichtlich weiter bestehen.






