22 March 2026, 16:17

Einkommensschwache zahlen doppelt so viel für Heizung und Strom wie Reiche

Plakat mit Text und Logo, das 'Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030' verkündet und für eine signifikante Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2030 wirbt.

Einkommensschwache zahlen doppelt so viel für Heizung und Strom wie Reiche

Einkommensschwache Haushalte in Deutschland geben doppelt so viel ihres Budgets für Wohnenergie aus wie wohlhabendere Familien. Laut dem aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht des Landes wenden Haushalte mit einem Monatsnettoeinkommen unter 1.300 Euro rund zehn Prozent ihrer Ausgaben für Heizung und Strom auf – während Besserverdiener weniger als die Hälfte dieses Anteils aufbringen. Angesichts dieser Belastung fordert die Wohlfahrtsorganisation Caritas nun Maßnahmen zur Entlastung: Sie setzt sich für klimafreundliche Heizlösungen in Mietwohnungen ein.

Caritas plädiert für eine gesetzliche Verpflichtung, in Mietwohnungen Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien einzubauen. Präses Eva Welskop-Deffaa argumentiert, moderne und klimaneutrale Technologien böten Mietern stabile, langfristig planbare Energiekosten und reduzierten gleichzeitig den CO₂-Ausstoß. Zudem betont sie den Bedarf an mehr Unterstützung, etwa durch vereinfachten Zugang zu staatlichen Leistungen wie Wohngeld sowie ein ausgebautes Beratungsangebot zu Energiesparmaßnahmen für einkommensschwache Haushalte.

Der Vorstoß der Organisation fällt in eine Phase, in der das Gebäudeenergiegesetz (GEG) bereits Vorgaben für den Einsatz erneuerbarer Energien bei Neuanlagen macht. Ab 2026 müssen mindestens 65 Prozent aller neu installierten Heizungen mit Ökoenergie betrieben werden; für Bestandsgebäude gelten gestaffelte Quoten ab 2029. Bisher fehlen jedoch konkrete Vorschriften für Nachrüstungen in Mietobjekten, und aktuelle Daten zur Verbreitung klimafreundlicher Heizsysteme sind lückenhaft.

Ein Umstieg auf nachhaltige Heiztechnik könnte zudem die Abhängigkeit von schwankungsanfälligen internationalen Ölmärkten verringern. Caritas weist darauf hin, dass dies Verbraucher vor Preisschocks schützen und zugleich die Klimaziele vorantreiben würde.

Ziel der Initiative ist es, die Belastung für finanziell benachteiligte Haushalte zu senken und Emissionen zu reduzieren. Die Wohlfahrtsorganisation fordert schärfere Regelungen, um Vermieter zum Einbau klimaneutraler Systeme zu verpflichten, kombiniert mit besseren finanziellen Hilfen für Mieter. Ohne neue gesetzliche Weichenstellungen drohen die Energiekosten einkommensschwache Familien auch künftig überproportional zu belasten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle