Edenhofer warnt: Klimapolitik darf nicht wirtschaftlichen Zwängen geopfert werden
Philipp ZimmermannEdenhofer warnt: Klimapolitik darf nicht wirtschaftlichen Zwängen geopfert werden
Der Ökonom Ottmar Edenhofer hat davor gewarnt, die Klimapolitik angesichts kurzfristiger wirtschaftlicher Zwänge zu vernachlässigen. Er kritisierte die Bundesregierung dafür, dass sie es versäumt habe, eine gut durchdachte Strategie zur Priorität zu machen. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit wachsender Sorgen über einen möglichen Anstieg neuer Öl- und Gasheizungen.
Edenhofer betonte, Klimapolitik dürfe nicht als Luxus, sondern müsse als Notwendigkeit für zukünftige Sicherheit und Wohlstand betrachtet werden. Die Vorstellung, sie stelle einen Wettbewerbsnachteil dar, bezeichnete er als irreführend. Stattdessen schlug er gezielte Maßnahmen vor, etwa eine Investitionsabgabe auf neue fossile Heizsysteme.
Er räumte ein, dass Haushalte, die auf Wärmepumpen umsteigen, finanziell belastet seien, zeigte aber Lösungswege auf. Eine Senkung der Stromsteuer könnte Wärmepumpen erschwinglicher machen. Bestehende Förderprogramme, so Edenhofer, könnten den Übergang zusätzlich erleichtern – etwa durch eine Umverteilung der Kosten über eine Klimadividende.
Der Wirtschaftswissenschaftler warnte zudem davor, die Klimapolitik für allgemeine industrielle Schwierigkeiten verantwortlich zu machen. Kurzfristige Krisen dürften, so seine Mahnung, nicht die langfristigen Umweltziele in den Hintergrund drängen. Seine Aussagen unterstrichen die Notwendigkeit ausbalancierter Politiken, die sowohl aktuelle als auch zukünftige Herausforderungen angehen.
Zu Edenhofers Vorschlägen gehören eine Abgabe auf neue Öl- und Gasheizungen sowie die Beibehaltung von Subventionen für saubere Alternativen. Er forderte strukturelle Änderungen wie niedrigere Stromsteuern, um Haushalte zu entlasten. Ziel sei es, einen Rückfall in die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verhindern und gleichzeitig die finanzielle Belastung zu verringern.






