20 April 2026, 16:19

Deutschland startet schrittweise Privatisierung der ehemaligen Gazprom-Tochter Sefe

Eine Balkendiagramm, das die Abhängigkeit der europäischen Länder vom russischen Erdgas zeigt, mit Prozentangaben.

Deutschland startet schrittweise Privatisierung der ehemaligen Gazprom-Tochter Sefe

Deutschland treibt die Pläne zur Privatisierung von Sefe, der ehemaligen Gazprom-Tochter Gazprom Germania, voran. Die Bundesregierung strebt an, durch eine Kapitalerhöhung zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro einzunehmen – ein erster Schritt, um ihren vollständigen Besitzanteil schrittweise abzubauen. Steigende Gaspreise und geopolitische Spannungen erhöhen den Druck, das Verfahren zu beschleunigen.

Die Privatisierung erfolgt vor dem Hintergrund einer Vorgabe der Europäischen Kommission, die von Deutschland verlangt, seinen Anteil an Sefe bis Ende 2028 um mindestens 75 Prozent zu reduzieren. Die geplante Kapitalmaßnahme wird den staatlichen Anteil verwässern; weitere Verringerungen sollen in späteren Schritten folgen, etwa durch Aktienverkäufe oder einen Börsengang.

Sefe hat erklärt, seine Kerngeschäfte zusammenhalten zu wollen, statt Vermögenswerte für separate Verkäufe aufzuspalten. Parallel prüft Deutschland zudem eine mögliche Fusion zwischen Sefe und Uniper, einem weiteren großen Gasimporteur.

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Der Privatisierungsdruck steht im Kontext umfassender Umbrüche im Energiesektor. In Serbien hat das US-Finanzministerium eine letzte einmonatige Ausnahmegenehmigung von Sanktionen für die russische kontrollierte Ölgesellschaft Naftna Industrija Srbije (NIS) erteilt. Ursprünglich hatte die USA Gazprom Neft 45 Tage Zeit eingeräumt, sich von seiner Beteiligung an NIS zu trennen. Unterdessen erwägt Moldau angesichts eines anhaltenden Streits mit Gazprom die Verstaatlichung seines Gasversorgers Moldovagaz.

Die Kapitalerhöhung markiert den ersten Schritt für den schrittweisen Rückzug Deutschlands aus Sefe. Weitere Anteilsverkäufe sind geplant, möglicherweise über Aktienplatzierungen oder einen Börsengang. Die Maßnahme spiegelt die breiten Bestrebungen wider, die Eigentumsstrukturen im Energiesektor als Reaktion auf Marktzwänge und regulatorische Anforderungen neu zu ordnen.

Quelle