07 June 2026, 06:16

Deutschland plant Widerspruchslösung für Organspende ab 2030

Berliner haben bisher dieses Jahr mehr Organe gespendet

Deutschland plant Widerspruchslösung für Organspende ab 2030

Deutschland plant eine grundlegende Reform seiner Organspende-Gesetze. Ein neues Widerspruchslösungssystem könnte ab 2030 in Kraft treten, das alle Erwachsenen automatisch als potenzielle Spender registriert – es sei denn, sie lehnen dies ausdrücklich ab. Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund einer weiterhin hohen Nachfrage nach Transplantationen: Allein in Berlin warten noch immer Hunderte auf ein Spenderorgan.

Die aktuellen Zahlen verdeutlichen die Belastung des Systems. Im Jahr 2025 erhielten nur 3.150 Menschen ein Transplantat, während über 8.200 Patienten auf den Wartelisten blieben. Berlin spiegelt diese Situation wider: Bis Mitte 2026 warteten dort mehr als 400 Patientinnen und Patienten auf ein Spenderorgan.

Doch es gibt auch Anzeichen für eine Besserung. Bundesweit stiegen die Organspenden in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2025 um etwa 12 Prozent. Berlin verzeichnete sogar einen deutlichen Anstieg: Von Januar bis Mai 2026 wurden 73 Spenderorgane gemeldet – fast doppelt so viele wie die 39 im ersten Halbjahr 2025. Bis Ende Mai 2026 hatte die Stadt bereits fast 140 Transplantationen durchgeführt.

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Das geplante Widerspruchsmodell würde das bisherige System grundlegend ändern. Statt wie bisher eine aktive Zustimmung zu verlangen, würde jeder volljährige, einwilligungsfähige Erwachsene automatisch als Spender gelten, sofern er nicht ausdrücklich widerspricht. Die Behörden erhoffen sich von dieser Regelung eine Entlastung des Spendermangels und mehr gerettete Leben.

Sollte das neue Gesetz verabschiedet werden, wäre dies ein bedeutender Wandel in der deutschen Organspendepolitik. Das Opt-out-Modell zielt darauf ab, die Spenderzahlen zu erhöhen und Wartezeiten zu verkürzen. Mit einer Umsetzung wird jedoch frühestens 2030 gerechnet – bis dahin bleibt das aktuelle System bestehen.

Quelle