Deutschland blockiert EU-Methanregeln und riskiert Energiekonflikt mit Klimazielen
Philipp ZimmermannDeutschland blockiert EU-Methanregeln und riskiert Energiekonflikt mit Klimazielen
Deutschland hat sich anderen EU-Regierungen angeschlossen und spricht sich gegen die geplanten Methan-Emissionsvorschriften der Union für importiertes Öl und Gas aus. Dieser Schritt erhöht den Druck auf das ohnehin bereits durch globale Störungen der Ölströme belastete europäische Energiesystem. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche warnte, die Regeln könnten ab 2027 Kraftstoffimporte blockieren.
Die EU-Verordnung zielt auf Methanlecks in den globalen Lieferketten von Öl und Gas ab. Sie verlangt die Überwachung und Überprüfung der Emissionen, die mit Brennstofflieferungen in die Union verbunden sind. Methan, ein hochwirksames Treibhausgas, ist nach Kohlendioxid der zweitgrößte Verursacher der globalen Erwärmung.
Zwölf EU-Mitgliedstaaten fordern eine dreijährige Verschiebung der Regeln. Branchenverbände und einige Länder argumentieren, dass die notwendigen Kontrollsysteme noch nicht einsatzbereit seien. Die deutsche Intervention unterstreicht zudem die Sorge, dass die Verordnung Importe von Erdölprodukten – darunter auch Kerosin für die Luftfahrt – einschränken könnte.
Die Europäische Kommission versucht, ihre Klimaziele mit den Umsetzungsherausforderungen in Einklang zu bringen. Doch sie stößt auf Widerstand der Mitgliedstaaten und auf Ablehnung von Brennstofflieferanten außerhalb Europas. Die Debatte verknüpft nun die Energiesicherheit direkt mit der Klimapolitik.
Die EU-Minister werden bald über den vorgeschlagenen Aufschub beraten. Zwar sollen die Regeln die Methanemissionen senken, doch drohen sie bei einer Umsetzung wie geplant die Brennstoffimporte zu stören. Die Haltung Deutschlands spiegelt die grundsätzlichen Spannungen zwischen Klimaschutz und der Stabilität der Energieversorgung wider.
