05 June 2026, 19:40

Deutsche Filmpreise: Emotionen, Debatten und Wim Wenders' umstrittene Äußerungen

Deutscher Filmpreis: Und dann spricht Wim Wenders

Deutsche Filmpreise: Emotionen, Debatten und Wim Wenders' umstrittene Äußerungen

Emotionale Reden und hitzige Debatten bei den Deutschen Filmpreisen

Am Wochenende sorgten die Deutschen Filmpreise mit bewegenden Reden und kontroversen Diskussionen für Aufsehen. Die Schauspielerinnen Lena Urzendowsky und Senta Berger wurden für ihre schauspielerischen Leistungen ausgezeichnet, während Looking at the Sun mit mehreren Preisen dominierte. Unterdessen löste Regisseur Wim Wenders mit seinen Äußerungen zu einer umstrittenen Szene aus seinem Film Falsche Bewegung von 1975 eine Debatte aus.

Die Verleihung begann mit dem Golden Lola für den besten Spielfilm, der an Mascha Schilinskis Looking at the Sun ging. Das Projekt führte den Abend mit der höchsten Anzahl an Auszeichnungen an.

Senta Berger erhielt den Preis als Beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in Oh, That Gap, That Dreadful Gap unter der Regie ihres Sohnes Simon Verhoeven. In ihrer Dankesrede bedankte sie sich beim Team und blickte auf ihre lange Karriere zurück. Lena Urzendowsky, ausgezeichnet als Beste Nebendarstellerin, nutzte ihre Rede, um zu mehr Empathie aufzurufen und ein Ende von Gewalt und Grenzverletzungen in der Gesellschaft zu fordern.

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Der Abend nahm eine ernste Wendung, als Wim Wenders eine Szene aus seinem Film Falsche Bewegung thematisierte, in der die damals 13-jährige Nastassja Kinski mitspielte. Er räumte ein, dass er die Szene heute nicht mehr so drehen würde. Wenders stellte die Frage, ob Filme nach ihrer Veröffentlichung bearbeitet werden sollten, und warnte davor, dass das Schneiden von Szenen einen Präzedenzfall für Veränderungen an anderen Werken schaffen könnte. Er forderte eine breitere Diskussion innerhalb der Deutschen Filmakademie über den Umgang mit älteren, umstrittenen Inhalten.

Akademiepräsident Florian Gallenberger und Moderator Christian Friedel äußerten sich besorgt über den Aufstieg der rechtsextremen AfD. Produzent Ingo Fliess, der einen Preis für Yellow Letters entgegennahm, betonte, wie dankbar er dafür sei, in Deutschland ohne Angst vor Repressalien frei seine Meinung äußern zu können.

Die Preisverleihung stand somit sowohl für künstlerische Erfolge als auch für die anhaltenden Debatten in der Branche. Wenders’ Aussagen zur Nachbearbeitung älterer Filme dürften unter Filmschaffenden weiter diskutiert werden. Die Reden der Preisträger spiegelten zudem die gesellschaftlichen und politischen Sorgen innerhalb der deutschen Filmcommunity wider.

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