Deutsche Bank und BII investieren 150 Millionen Dollar in Afrikas unterversorgte Märkte
Miriam HoffmannDeutsche Bank und BII investieren 150 Millionen Dollar in Afrikas unterversorgte Märkte
Deutsche Bank startet 150-Millionen-Dollar-Risikoteilungspartnerschaft mit British International Investment (BII)
Die Deutsche Bank hat eine Risikoteilungsvereinbarung im Volumen von 150 Millionen US-Dollar mit der britischen Entwicklungsinvestitionsgesellschaft British International Investment (BII) bekannt gegeben. Das Programm zielt auf unterversorgte afrikanische Märkte ab und markiert die erste formelle Zusammenarbeit zwischen den beiden Institutionen. Die Ankündigung erfolgt zu einer Zeit, in der europäische Banken ihre Aktivitäten auf dem Kontinent zunehmend zurückfahren und dadurch Lücken in Schlüssregionen wie Ostafrika hinterlassen.
Die Initiative soll Engpässe im Handelsfinanzierungssektor kleinerer Volkswirtschaften – darunter Sambia, Äthiopien und Ruanda – verringern. Die Aktie der Deutschen Bank notiert derzeit bei 25,80 Euro, rund 14 Prozent unter ihrem langfristigen Durchschnitt.
Die Vereinbarung basiert auf einem unfunded Risk-Participation-Modell, bei dem die BII als finanzieller Rückhalt für lokale Partnerinstitute der Deutschen Bank fungiert. Dieses Modell ermöglicht es der Bank, mehr Handelsfinanzierungen zu gewähren, ohne das volle Risiko tragen zu müssen.
Die Maßnahme reiht sich in einen größeren Trend ein: Europäische Banken ziehen sich zunehmend aus Afrika zurück. So verkaufte die Standard Chartered Bank kürzlich ihr Privat- und Geschäftskundengeschäft in Uganda an die südafrikanische Absa Group – ein weiteres Zeichen für diese Entwicklung. Dadurch eröffnen sich jedoch Chancen in ostafrikanischen Märkten wie Uganda, Tansania und Kenia sowie in Ghana und Sambia.
Laut Schätzungen der Afrikanischen Entwicklungsbank besteht auf dem Kontinent eine jährliche Finanzierungslücke im Handelssektor von rund 100 Milliarden US-Dollar. Besonders kleinere Märkte haben Schwierigkeiten, ausreichend Kapital zu mobilisieren. Das neue Programm der Deutschen Bank soll dieses Ungleichgewicht ausgleichen, indem es lokale Kreditgeber und Unternehmen unterstützt.
In einer weiteren Personalie hat Gerald Podobnik die Position des Co-Leiters des globalen Firmenkundengeschäfts der Deutschen Bank übernommen. Er folgt auf Ole Matthiessen, der diese Funktion zuvor innehatte.
Die 150-Millionen-Initiative konzentriert sich darauf, Finanzierungslücken in Märkten zu schließen, in denen Kapital knapp ist. Gemeinsam mit der BII wird die Deutsche Bank mit lokalen Partnern zusammenarbeiten, um den Zugang zu Krediten und Finanzdienstleistungen zu erweitern. Sollte das Programm erfolgreich sein, könnte es weitere Investitionen in Afrikas unterversorgte Regionen anstoßen.






