Chemie- und Pharmabranche kämpft um ihr Überleben in der tiefsten Krise seit Jahrzehnten
Philipp ZimmermannChemie- und Pharmabranche kämpft um ihr Überleben in der tiefsten Krise seit Jahrzehnten
Deutschlands Chemie- und Pharmabranche steckt in der schwersten Krise seit Jahrzehnten. Geschwächt durch jahrelang hohe Energiekosten und strenge Vorschriften, kämpft die Industrie nun mit den Folgen des Nahostkonflikts. Experten warnen, dass viele Unternehmen ums Überleben ringen.
Die Branche ist mit einem Umsatz von 220,4 Milliarden Euro und 476.000 Beschäftigten der drittgrößte Industriezweig Deutschlands. Sie stellt 8 Prozent aller Industriearbeitsplätze im Land und zahlt im Schnitt 6.023 Euro Monatsgehalt. Doch ihre Bedeutung geht über reine Wirtschaftskennziffern hinaus: Als zentraler Zulieferer versorgt sie nahezu jede andere Produktionskette mit Rohstoffen.
Ohne Öl und Gas läuft nichts – sie sind nicht nur Energieträger, sondern die Grundlage fast aller chemischen Erzeugnisse. Doch der aktuelle Abschwung ist mehr als eine vorübergehende Marktschwäche. Anna Wolf vom Ifo-Zentrum für Innovationsökonomie spricht von einem strukturellen Umbruch, bei dem Firmen um ihr Fortbestehen kämpfen. Auch die Pharmasparte leidet unter Druck: Kritische Heliumknappheit gefährdet die Qualitätssicherung von Medikamenten.
Die Krise ist das Ergebnis jahrelang steigender Energiepreise und wachsender regulatorischer Lasten. Mit dem Nahostkonflikt als zusätzlichem Belastungsfaktor gerät nun die Rolle der Branche als Schlüssellieferant für andere Sektoren ins Wanken. Die Unternehmen müssen diese Herausforderungen meistern – sonst drohen dem deutschen Industriestandort langfristige Schäden.






