30 March 2026, 00:19

Bürger lehnen Sparpläne im Gesundheitswesen deutlich ab – Umfrage zeigt Widerstand

Blauer Hintergrund mit weißer Schrift, die besagt, dass Millionen von Amerikanern durchschnittlich 800 USD pro Jahr an den Gesundheitskosten sparen, umgeben von einem Logo.

Bürger lehnen Sparpläne im Gesundheitswesen deutlich ab – Umfrage zeigt Widerstand

Eine neue Umfrage offenbart deutlichen öffentlichen Widerstand gegen geplante Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen. Die Ergebnisse liegen nur wenige Tage vor der Vorstellung der Reformvorschläge einer Expertenkommission zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland vor. Viele Befragte lehnen Änderungen ab, die Patienten höhere Kosten aufbürden oder Leistungen kürzen würden.

Die von Bild am Sonntag in Auftrag gegebene Insa-Umfrage, durchgeführt zwischen dem 26. und 27. März, befragte 1.003 Personen zu möglichen Reformen. Nur 14 Prozent sprachen sich für die Wiedereinführung von Zuzahlungen bei Arztbesuchen aus. Noch weniger – lediglich 8 Prozent – wären bereit, höhere Krankenkassenbeiträge zu zahlen.

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Besonders stark abgelehnt wurde der Vorschlag, die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern abzuschaffen: 57 Prozent lehnten dies ab, während nur 28 Prozent die Idee unterstützten. Weitere unpopuläre Maßnahmen umfassten die Reduzierung des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung, der nur 21 Prozent der Befragten zustimmten. Lediglich 11 Prozent könnten sich vorstellen, höhere Eigenanteile für Medikamente und Krankenhausaufenthalte zu tragen.

Einige Änderungen stießen auf etwas mehr Zustimmung. So befürworteten 31 Prozent der Befragten, den Zwang zur Überweisung für Facharztbesuche abzuschaffen. Die Umfrageergebnisse erscheinen zu einem Zeitpunkt, an dem eine unabhängige Expertenkommission, die Gesundheitsministerin Nina Warken im September 2025 eingesetzt hatte, am 30. März 2026 ihre ersten Vorschläge vorlegen wird. Die Kommission sucht nach Wegen, um 25 Milliarden Euro einzusparen und ein prognostiziertes Defizit von 12 bis 14 Milliarden Euro im Jahr 2027 zu verhindern.

Diskutiert werden unter anderem strukturelle Reformen wie die Verringerung der Krankenhauskapazitäten, Anreize für mehr Effizienz sowie höhere Bundeszuschüsse für Bürgergeldempfänger. Weitere Optionen sind der Ausschluss homöopathischer Behandlungen aus dem Leistungskatalog, die Einführung von Steuern auf Zucker und Tabak sowie ein Ausgabenstopp. Die Ärztehonorare sind bereits seit dem 1. Januar 2026 um 2,8 Prozent gestiegen.

Die Umfrage zeigt, dass es in der Bevölkerung nur wenig Unterstützung für Maßnahmen gibt, die Leistungen kürzen oder die persönlichen Gesundheitskosten erhöhen würden. Angesichts der für diese Woche erwarteten Empfehlungen der Expertenkommission stehen die Politiker vor der Herausforderung, die finanziellen Zwänge mit der weit verbreiteten Ablehnung umfassender Reformen in Einklang zu bringen. Die Vorschläge werden die zukünftige Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland maßgeblich prägen.

Quelle