Bundesregierung will Alkohol für Jugendliche komplett verbieten
Die deutsche Bundesregierung drängt auf eine Verschärfung der Alkoholgesetze für Jugendliche. Ein Gesetzentwurf sieht vor, die bestehende Regelung abzuschaffen, die es 14- und 15-Jährigen erlaubt, in Begleitung ihrer Eltern Bier, Wein oder Sekt zu trinken. Bundesfamilienministerin Karin Prien begründet die geplante Änderung damit, dass junge Menschen so besser vor gesundheitlichen Risiken und Suchtgeschichten geschützt würden.
Der Vorstoß ist Teil einer umfassenden Reform der Kinder- und Jugendhilfe. Die Novelle des Jugendschutzgesetzes würde die bisherige Ausnahme für den kontrollierten Alkoholkonsum streichen. Behördenvertreter betonen, dass der Schritt im Einklang mit den Bemühungen stehe, die wachsenden Suchtprobleme in den Griff zu bekommen.
In den vergangenen fünf Jahren hat die öffentliche Debatte über den Alkoholkonsum Minderjähriger an Fahrt aufgenommen. Zwar trinken immer weniger junge Menschen regelmäßig Alkohol – der Anteil der 12- bis 17-Jährigen, die regelmäßig Alkohol konsumieren, sank von 21,2 Prozent im Jahr 2004 auf 9,7 Prozent im Jahr 2023 –, doch Fachverbände fordern seit Langem strengere Regeln. Kampagnen wie Kinder ohne Alkohol und Nikotin oder Initiativen der DAK-Gesundheit haben auf die gesundheitlichen Risiken hingewiesen und sich für höhere Altersgrenzen, Alkoholsteuern sowie Warnhinweise in der Werbung eingesetzt.
Der Entwurf wird derzeit mit Beteiligten beraten. Bei Zustimmung könnte der Bundestag das Gesetz noch bis Jahresende verabschieden. Das geplante Verbot würde eine langjährige Lücke in den deutschen Alkoholvorschriften schließen: Ohne die Elternausnahme wäre es 14- und 15-Jährigen künftig generell untersagt, Alkohol zu trinken. Die Regierung hält diesen Schritt für notwendig, um frühzeitigen Kontakt mit suchtgefährdenden Substanzen einzudämmen.






