Bertelsmann-Studie enthüllt: Warum Langzeitarbeitslose trotz Reformen kaum Chancen haben
Miriam HoffmannFür fast jeden Zweiten ist ein Besuch beim Jobcenter sinnlos - Bertelsmann-Studie enthüllt: Warum Langzeitarbeitslose trotz Reformen kaum Chancen haben
Eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass die Fortschritte bei der Vermittlung langzeitarbeitsloser Menschen in Deutschland nur langsam vorankommen. Zwischen 2021 und 2025 stieg die Beschäftigungsquote in dieser Gruppe lediglich von 25 auf 32 Prozent – trotz staatlicher Reformen und Förderprogramme. Die Ergebnisse verdeutlichen zudem eine weit verbreitete Unzufriedenheit mit der Unterstützung durch die Jobcenter bei denen, die Schwierigkeiten haben, in den Arbeitsmarkt einzusteigen.
Für die zwischen dem 15. April und 18. Juni 2025 durchgeführte Umfrage wurden über 1.000 arbeitslose Erwachsene im Alter von 25 bis 50 Jahren befragt, die seit mindestens einem Jahr Bürgergeld bezogen. Fast die Hälfte von ihnen gab an, dass Besuche im Jobcenter ihre Jobchancen kaum verbessert hätten. Gleichzeitig bewerteten sie die Kompetenz und Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insgesamt als hoch.
Etwa 46 Prozent der Bürgergeld-Empfänger sehen sich mit mehreren Hindernissen konfrontiert, darunter gesundheitliche Probleme oder fehlende Qualifikationen. Auch regionale Unterschiede spielen eine Rolle: In Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg sind die Beschäftigungsquoten höher. Die Studie empfiehlt maßgeschneidertes Coaching, gezielte Weiterbildungsangebote und direkte Arbeitsvermittlung, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu steigern.
Als Reaktion darauf hat der Bundestag eine Sozialreform beschlossen, die am 1. Juli 2026 in Kraft treten soll. Das neue System ersetzt das Bürgergeld durch strengere Regelungen, darunter Leistungskürzungen für diejenigen, die nicht mitwirken. Der Bericht schlägt zudem vor, dass Jobcenter ihren Fokus stärker auf Personen mit geringeren Vermittlungshemmnissen legen sollten – auch wenn dies die allgemeine Zufriedenheit mit der Unterstützung verringern könnte.
Ziel der Reform ist es, die Unterstützung effizienter zu gestalten und gleichzeitig die Anforderungen an Langzeitarbeitslose zu verschärfen. Jobcenter sollen künftig vorrangig diejenigen intensiv vermitteln, die weniger Hindernisse haben, um Ressourcen für komplexere Fälle freizumachen. Die Änderungen spiegeln die anhaltenden Bemühungen wider, die Beschäftigungsquote zu erhöhen – auch wenn die Fortschritte weiterhin allmählich bleiben.






