24 March 2026, 08:16

BBC stoppt Monkhouse-Folge wegen eines umstrittenen Witzes – war das Zensur oder Verantwortung?

Cover eines alten Buches mit dem Titel "The Old Couple: A Comedy" mit einem Logo auf der Titelseite.

BBC stoppt Monkhouse-Folge wegen eines umstrittenen Witzes – war das Zensur oder Verantwortung?

Eine kürzlich ausgestrahlte Folge von Die Reparaturwerkstatt, in der die Restaurierung der handschriftlichen Witzesammlungen von Bob Monkhouse gezeigt werden sollte, wurde von der BBC zurückgezogen. Die Entscheidung fiel, nachdem ein Mitarbeiter der Produktionsfirma Bedenken wegen eines als sexistisch eingestuften Witzes geäußert hatte. Die Bücher, gefüllt mit Jahrzehnten voller Witze, Karikaturen und Skizzen, sollten eigentlich das Vermächtnis des verstorbenen Komikers würdigen.

Der Schritt hat eine breite Debatte ausgelöst: Viele werfen der BBC unnötige Zensur vor, während andere die redaktionelle Entscheidung des Senders verteidigen – die öffentliche Meinung bleibt gespalten.

Bob Monkhouse begann in den frühen 1960er-Jahren, seine Witzesammlungen anzulegen, und füllte tausende Seiten mit handschriftlichen Witzen, Cartoons und Kritzeleien. Einige Illustrationen zeigten oberschlächtige Frauen, und manche Witze spiegelten den Humor der damaligen Zeit wider – der aus heutiger Sicht als veraltet oder anstößig gilt. Die Bücher hatte er stets bei sich und ergänzte sie bis zu seinem Tod im Jahr 2003 unablässig um neues Material.

1995 verschwanden zwei Bände seiner "laufenden Sammlungen", woraufhin Monkhouse eine Belohnung für ihre Rückgabe aussetzte. Die Bücher wurden schließlich wiedergefunden und sollten später in Die Reparaturwerkstatt restauriert werden. Doch während der Produktion nahm ein Teammitglied Anstoß an einem Witz, den es als sexistisch empfand. Daraufhin entschied die BBC, den gesamten Beitrag – inklusive der Restaurierungsarbeiten – zu streichen.

Die Entscheidung löste in den britischen Medien und sozialen Netzwerken heftige Reaktionen aus. Als die Nachricht Ende 2024 bekannt wurde, breitete sich Empörung schnell aus: Vorwürfe der Zensur wurden laut, und es gab Forderungen nach Veröffentlichung der Folge. Anfang 2026 hatte sich die Debatte zwar etwas beruhigt, doch die Kritik blieb bestehen. Befürworter der BBC argumentierten, redaktionelle Standards müssten aktuelle Werte widerspiegeln, während Gegner weiterhin die Wiederausstrahlung der Folge forderten. Der Hashtag #ReleaseMonkhouse tauchte immer wieder auf und hielt die Diskussion am Leben.

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Durch die Entscheidung der BBC, die Folge zurückzuziehen, blieben die restaurierten Witzesammlungen der Öffentlichkeit verborgen. Monkhouses Familie und Fans hatten gehofft, der Beitrag würde sein Lebenswerk und die Kulturgeschichte der britischen Comedy feiern. Stattdessen hat die Kontroverse die anhaltenden Spannungen zwischen dem Erhalt historischen Materials und der Einhaltung moderner Sensibilitäten verdeutlicht. Über das weitere Schicksal der Folge ist noch nicht entschieden.

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