BAFTA-Gewinnerin Aysha Rafaele prangert fehlende Vielfalt im Fernsehen an
Ben HofmannBAFTA-Gewinnerin Aysha Rafaele prangert fehlende Vielfalt im Fernsehen an
Die vierfache BAFTA-Preisträgerin Aysha Rafaele kritisiert mangelnde Fortschritte bei Vielfalt auf dem Bildschirm
Die preisgekrönte Filmemacherin Aysha Rafaele, die bereits vier BAFTA-Auszeichnungen erhalten hat, hat sich nun zur ausbleibenden Verbesserung der Darstellung von Vielfalt im Fernsehen seit 2017 geäußert. Trotz großer Hoffnungen nach Adeel Akhtars BAFTA-Gewinn für Murdered by my Father habe sich ihrer Meinung nach kaum etwas daran geändert, wie schwarze Gemeinschaften und britisch-asiatische Communities dargestellt werden.
Ihr aktuelles Projekt, Vengeance: Murder on the Heath, erzählt die wahre Geschichte von Gagandip Singh, einem sikhistischen TV-Manager, der sexuell missbraucht und später ermordet wurde. Das Drama mit Asim Chaudhry und Laila Rouass in den Hauptrollen wurde nicht von der Unterhaltungsabteilung, sondern vom Dokumentarbereich von Channel 4 in Auftrag gegeben.
Rafaele übt scharfe Kritik an der Branche, die es ihrer Ansicht nach versäumt hat, echte Fortschritte bei der Vielfalt zu erzielen. Nach Akhtars BAFTA-Erfolg habe sie mit mehr Chancen gerechnet, doch stattdessen sei „nichts, absolut gar nichts“ auf dem Bildschirm umgesetzt worden. Schwarze und nicht-weiße Schauspieler würden nach wie vor oft in Rollen besetzt, die das Leben der weißen Mittelschicht widerspiegeln. Asiatische Charaktere hingegen würden häufig auf klischeehafte Darstellungen reduziert – Mädchen als passiv, Jungen als folgsam.
Gemeinsam mit ihrem kreativen Partner Joseph Bullman hat Rafaele mehr Erfolg damit, Projekte bei Dokumentarredaktionen zu platzieren. Sowohl Vengeance als auch ihr vorheriges Projekt Dirty Business wurden von der unscripted-Abteilung von Channel 4 genehmigt. Sie räumt ein, dass diese Produktionen mit kleineren Budgets auskommen müssen, zieht aber die kreative Freiheit größeren Finanzmitteln mit redaktionellen Vorgaben vor.
Rafaele betont zudem die Schwierigkeiten, Projekte zu entwickeln, die authentisch vielfältige Gemeinschaften repräsentieren. Trotz ihrer Erfolge kämpft sie weiterhin darum, Unterstützung für Geschichten zu erhalten, die sich von abgedroschenen Klischees und eingeschränkten Perspektiven lösen.
Ihr neues Drama Vengeance: Murder on the Heath wird auf Channel 4 ausgestrahlt und setzt ihren Einsatz für authentischeres Storytelling fort. Dennoch bleibt sie überzeugt, dass die Branche noch einen langen Weg vor sich hat. Ihre Aussagen unterstreichen die anhaltende Frustration über das langsame Tempo, mit dem sich die Repräsentation auf dem Bildschirm verändert.






