24 May 2026, 14:25

Autor gewinnt Prozess nach Beleidigungsklage wegen eines Tweets an Politiker

Beleidigungen gegen Politiker

Autor gewinnt Prozess nach Beleidigungsklage wegen eines Tweets an Politiker

Ein Autor musste rechtliche Konsequenzen fürchten, nachdem er einen Politiker auf Twitter als „rassistisches Arschloch“ bezeichnet hatte. Der Fall zog sich über Jahre hin, bevor er schließlich zu seinen Gunsten entschieden wurde. Jetzt äußert er sich öffentlich gegen das Gesetz, das gegen ihn angewendet wurde – ein Gesetz, das er als tiefgreifend fehlerhaft kritisiert.

Der Vorfall begann mit einem Tweet, der sich gegen den CDU-Politiker Philipp Amthor richtete. Doch erst als der gleiche Autor ein Jahr später eine AfD-Politikerin als „Nazi“ bezeichnete, erhielt der Fall größere Aufmerksamkeit.

Die rechtlichen Probleme des Autors begannen 2020 mit einem Tweet an Amthor, in dem er ihn als „rassistisches Arschloch“ bezeichnete – eine Äußerung, die zunächst kaum Beachtung fand. Doch als er ein Jahr später die AfD-Politikerin Anna Leisten als „Nazi“ bezeichnete, folgte umgehend eine Reaktion.

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Amthor zeigte den ursprünglichen Tweet erst lange nach dessen Veröffentlichung bei den Behörden an. Die Staatsanwaltschaft erhob daraufhin Anklage nach Paragraf 188 des Strafgesetzbuchs, einem Gesetz, das die Verjährungsfrist auf fünf Jahre verlängert und schärfere Strafen für Beleidigungen von Politikern vorsieht. Der Staat argumentierte, der Tweet habe Amthors öffentliche Arbeit „erheblich beeinträchtigt“.

Der Fall kam nie vor Gericht. Stattdessen erhielt der Autor einen Strafbefehl – ein in Deutschland gängiges Verfahren, bei dem mehr als die Hälfte aller Strafsachen auf diese Weise geregelt werden. Er wurde zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen wegen Beleidigung verurteilt. Doch der Autor legte Widerspruch ein, und nach einem langen Prozess entschied das Gericht schließlich zu seinen Gunsten.

Trotz des Sieges bleibt der Autor kritisch gegenüber Paragraf 188. Er behauptet, das Gesetz sei schlecht konzipiert und könnte die Feindseligkeit gegenüber Politikern sogar noch verstärken, statt sie zu schützen. Seine Bedenken gehen über den eigenen Fall hinaus: Er warnt davor, dass auch normale Bürger für unbedachte Äußerungen im Netz in ähnliche rechtliche Auseinandersetzungen geraten könnten.

Der juristische Kampf des Autors ist zwar beendet, doch die Debatte über Meinungsfreiheit und politische Beleidigungen geht weiter. Sein Fall zeigt, wie ein einziger Tweet zu Jahren der rechtlichen Unsicherheit führen kann. Da die meisten Fälle durch Strafbefehle ohne richterliche Prüfung entschieden werden, kritisieren Gegner des Systems, dass es zu schnell und ohne ausreichende Kontrolle bestraft.

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