22 March 2026, 06:19

Apotheken in MV schließen massenhaft – Protest gegen ausbleibende Vergütungsreform

Eine Gruppe von Menschen mit Schildern und Transparenten vor einem Gebäude bei einer Demonstration in Deutschland, mit zwei Personen auf einem Objekt im Vordergrund und einem Müllcontainer rechts.

80 Prozent der MV Apotheken am Montag geschlossen - Apotheken in MV schließen massenhaft – Protest gegen ausbleibende Vergütungsreform

Hunderte Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern werden am Montag ihre Türen schließen – als Teil eines bundesweiten Protests. Apotheker fordern dringend Maßnahmen zur längst überfälligen Anpassung der Vergütungssätze und warnen, dass steigende Kosten und eingefrorene Erstattungsbeträge die Branche an den Rand des Kollapses treiben.

Der Streik ist das Ergebnis jahrelanger Stagnation bei der Finanzierung apothekerlicher Leistungen. Die Erstattungssätze sind seit 2013 unverändert geblieben, obwohl die Betriebskosten stark gestiegen sind. Zwar sah der Koalitionsvertrag von 2021 zwischen Union und SPD eine Erhöhung der Apothekenvergütung und Pauschalgebühren vor, doch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verschob die geplanten Anpassungen im September 2025. Als Begründung nannte sie die finanzielle Belastung der gesetzlichen Krankenversicherungen, verwies jedoch den GKV-Spitzenverband und den Deutschen Apothekerverband an den Verhandlungstisch, um eine neue Gebührenstruktur auszuarbeiten.

Mehr als 80 Prozent der nicht-notdiensthabenden Apotheken in der Region werden sich voraussichtlich an der Aktion beteiligen. Bei rund 350 Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern Ende 2024 wird die Schließung viele Bürger nach Alternativen suchen lassen. Der Notdienst bleibt jedoch aufrechterhalten, und über das Online-Portal der Apothekerkammer können offene Apotheken gefunden werden.

Die Apotheker rufen Patienten dazu auf, nicht dringende Besuche auf Dienstag zu verschieben. Gleichzeitig erhöhen sie den Druck auf die Regierung, die früheren Zusagen endlich umzusetzen. Andernfalls drohe eine weitere Destabilisierung des Systems, das als dezentrale Arzneimittelreserve Deutschlands fungiert.

Der Protest unterstreicht die wachsende finanzielle Belastung der Apotheken nach über einem Jahrzehnt ohne Gebührenanpassungen. Zwar bleibt die Notversorgung gesichert, doch der Streik beeinträchtigt den täglichen Service für tausende Patienten. Nun werden die Verhandlungen zwischen Gesundheitsbehörden und Apothekervertretern über die nächsten Schritte zur Finanzreform entscheiden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle