Anonymer Brief erschüttert Stadttheater Fürth: Intendantin in der Kritik
Miriam HoffmannAnonymer Brief erschüttert Stadttheater Fürth: Intendantin in der Kritik
Ein anonymer Brief hat am Stadttheater Fürth für Unruhe gesorgt: Darin wird der Intendantin vorgeworfen, ein schädliches Arbeitsklima zu fördern. Das Schreiben gibt vor, die Bedenken von 25 festangestellten Mitarbeitenden widerzuspiegeln, trägt jedoch keine Unterschriften. Unterdessen haben Führungskräfte und Kollegen die Theaterleiterin Dr. Silvia Stolz in Schutz genommen, die Ende 2023 ihr Amt angetreten hat.
In dem anonymen Brief wird ein Arbeitsumfeld beschrieben, das von Angst, Misstrauen und psychischem Druck geprägt sei. Die Verfasser werfen Stolz vor, durch ihre Führung eine toxische Atmosphäre geschaffen zu haben – doch bisher hat sich niemand öffentlich zu einer Beteiligung bekannt.
Der Theaterkurator Maurice Schönleben (SPD) sprach sich entschieden für Stolz aus und verwies auf die Erfolge des Hauses seit ihrem Amtsantritt. Unter ihrer Leitung verzeichnete das Theater in der Spielzeit 2024/2025 über 100.000 Besucherinnen und Besucher sowie mehr als 95.000 verkaufte Tickets.
Der Dramaturg Udo Eidinger wies die Vorwürfe zurück und argumentierte, ein nicht unterzeichneter Brief könne nicht die Meinung der gesamten Belegschaft repräsentieren. Er lobte Stolz dafür, die Verbindung des Theaters zur Stadt vertieft und Aufführungen zugänglicher gestaltet zu haben. Die Vorbereitungen für eine anstehende Premiere verliefen dem Vernehmen nach reibungslos, viele Teammitglieder seien mit vollem Einsatz bei der Arbeit.
Während einige Beschäftigte Unbehagen äußern, zeigen sich die meisten weiterhin motiviert und engagiert für ihre Produktionen. Die Theaterleitung betont, die Anschuldigungen spiegelten nicht die allgemeine Stimmung unter den Mitarbeitenden wider.
Der Streit hat das Theater gespalten: Stolz’ Unterstützer verweisen auf Rekordbesucherzahlen und künstlerische Erfolge, doch der anonyme Brief wirft weiterhin einen Schatten auf die Stimmung im Haus. Der Spielbetrieb läuft zwar wie geplant weiter – doch Fragen zur Unternehmenskultur bleiben vorerst unbeantwortet.






