Amanda Knox unterstützt verurteilte Babymörderin Lucy Letby – und löst Empörung aus
Philipp ZimmermannAmanda Knox unterstützt verurteilte Babymörderin Lucy Letby – und löst Empörung aus
Amanda Knox hat öffentlich ihre Unterstützung für Lucy Letby gezeigt, die verurteilte Krankenschwester, die eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes an Babys verbüßt. Bei einer Veranstaltung in London kämpfte Knox mit den Tränen, als sie über ihre Entscheidung sprach, Letby einen Brief sowie ein Exemplar ihrer Autobiografie zu schicken. Diese Geste hat die Kritik der Familie von Meredith Kercher neu entfacht – jener britischen Studentin, deren Mord Knox einst selbst vorgeworfen wurde.
Knox gab ihre Unterstützung für Letby während einer Fragerunde zu ihrem Dokumentarfilm Mouth Of The Wolf bekannt. Zudem schickte sie der inhaftierten Krankenschwester einen Solidaritätsbrief zusammen mit ihrem 2022 erschienenen Buch Frei, in dem sie ihr Leben nach der fälschlichen Verurteilung und späteren Freisprechung im Fall Kercher schildert.
Ihr Podcast über den Fall Letby konzentriert sich streng auf die juristischen Fakten und verzichtet auf persönliche Kommentare zu Letby selbst. Ein direkter Kontakt zwischen Knox und der verurteilten Krankenschwester hat bisher nicht stattgefunden.
Der Anwalt der Familie Kercher, Francesco Maresca, reagierte scharf auf Knox' Vorgehen. Er warf ihr vor, sich an Kerchers Andenken zu "bereichern", und erklärte, die Familie habe nun das Gefühl, es sei "genug". Knox hatte bereits 2013 mit Warten auf Gerechtigkeit eine weitere Autobiografie veröffentlicht, in der sie ihre Erlebnisse während des ursprünglichen Prozesses beschreibt.
Knox' öffentliche Unterstützung für Letby fällt in eine Phase, in der sie weiterhin über Justizirrtümer spricht. Der Anwalt der Familie Kercher verurteilte ihr Engagement als ausbeuterisch. Knox selbst bleibt indes bei einer sachlichen juristischen Analyse und meidet persönliche Auseinandersetzungen mit Letby.






