Abschied des künstlerischen Leiters markiert Wendepunkt für die Berliner Philharmoniker
Ben HofmannAbschied des künstlerischen Leiters markiert Wendepunkt für die Berliner Philharmoniker
Der künstlerische Leiter der Berliner Philharmoniker wird 2028 nach elf Jahren in dieser Position zurücktreten. Der Abschied folgt auf eine Phase prägenden Einflusses auf die künstlerische Ausrichtung des Orchesters. Die Suche nach einem Nachfolger in Salzburg hat bereits begonnen; der Amtsantritt ist für den Herbst 2027 vorgesehen.
Erstmals trafen der künstlerische Leiter und der Sprecher bei einem Fußballspiel in Peking aufeinander. Während des Spiels zeigte sich der Leiter verärgert, als der Sprecher auf Simon Rattle zulief, der sich auf dem Spielfeld befand. Der Sprecher war damals Gast der Dresdner Staatskapelle, während der Leiter die Berliner Philharmoniker führte.
Unter seiner Führung entschied sich das Orchester für Kirill Petrenko als Chefdirigent – statt für andere, eher dem romantischen Repertoire verbundene Kandidaten. Der künstlerische Leiter förderte Petrenkos Vision und lenkte das Ensemble in Richtung eines modernen, zukunftsweisenden Klangs. Zudem beendete er die Zusammenarbeit mit Baden-Baden und verlagerte den Fokus nach Salzburg.
Der Leiter war ein entschiedener Gegner der Berliner Sparmaßnahmen. Er setzte sich konsequent für die Interessen des Orchesters ein und wehrte sich gegen Budgetkürzungen. Sein Rücktritt wird den Weg für eine neue Ära der Führung und des Wandels ebnen.
Die Berliner Philharmoniker stehen nun vor einem Führungswechsel. Mit dem Ausscheiden des künstlerischen Leiters 2028 endet ein Jahrzehnt, das die Identität des Orchesters geprägt hat. Die Suche Salzburgs nach einem neuen Direktor wird die nächste Phase für die Institution bestimmen.
